Feuer und Qualm unterm Dach

Die Polizei nimmt an, dass das Feuer unterm Dach ausgebrochen ist und sich später auf beide Obergeschosse ausgebreitet hat. 60 Feuerwehrmänner und -frauen kämpften gegen die Flammen. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
04.10.2014
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In den dichten Nebel mischt sich beißender Rauch. Dunkle Schwaden dringen aus dem Doppelhaus im Baumackerweg in Kleinwinklarn, im Dachstuhl lodern Flammen. Etwa 60 Feuerwehrleute versuchen, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

"Dachstuhlbrand von zwei Häusern", so geht am Donnerstag um 8.48 Uhr die Meldung über die Funkwecker. Im Baumackerweg im Ortsteil Kleinwinklarn haben aufmerksame Nachbarn bemerkt, dass aus dem Dach eines nur zeitweise bewohnten Doppelhauses Rauch dringt. Die Feuerwehren rücken aus: Für die Aktiven aus Kleinwinklarn sind es keine 100 Meter bis zum Einsatzort, wenige Minuten später rücken auch die Wehren aus Neunburg, Penting und Neukirchen-Balbini an.

Niemand im Haus

Als die Polizei eintrifft, schlagen aus der Dachmitte, etwa an der Nahtstelle der beiden Haushälften, bereits Flammen. Nachdem feststeht, dass sich kein Bewohner im Anwesen aufhält, beginnt unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Ferdinand Duscher und dem Neunburger Kommandanten Bernhard Käsbauer ein massiver Löschangriff.

Unter schwerem Atemschutz verschaffen sich die Retter Zugang in beide Gebäude. Aus dem Dachgeschoss quillt ihnen dicker Rauch entgegen, nimmt ihnen immer wieder die Sicht. Im rechten Gebäudeteil verhindert ein isoliertes Bitumen-Dach, dass die Feuerwehrmänner an die Flammen herankommen. Zusätzlich herrscht dichter Nebel, der den Rauch zu Boden drückt und die Löscharbeiten weiter erschwert. Schließlich beordert die Einsatzleitung die Atemschutztrupps zurück und leitet den Außenangriff über die Drehleiter der Neunburger Wehr ein: Mit Feuerhaken werden Ziegel herab geschlagen. Die "Dachhaut" wird geöffnet, damit der beißende Rauch entweichen kann. Schließlich ist der Weg für die 17 Atemschutzträger wieder frei. Zu ihrer Unterstützung werden später noch die Kameraden aus Rötz gerufen. Doch aller Einsatz von Mensch und Material kann nicht verhindern, dass die Obergeschosse der beiden Haushälften ein Raub der Flammen werden und komplett ausbrennen. Es dauert etwa eine Stunde, bis der Brand unter Kontrolle ist, gegen 11.30 Uhr kann Kreisbrandmeister Duscher die Meldung "Feuer aus" entgegen nehmen. Um die Mittagszeit rücken die umliegenden Wehren wieder in ihre Gerätehäuser zurück, die Kleinwinklarner bleiben als Brandwache vor Ort.

Die Ursache für das verheerende Feuer stand am Donnerstag noch nicht fest. Wie die Polizei am Nachmittag mitteilt, soll der Brand nach ersten Erkenntnissen im Bereich des Dachgeschosses ausgebrochen sein. Die weiteren Ermittlungen übernehmen die Brandfahnder der Kriminalpolizei Amberg.

Schaden bei 100 000 Euro

Der durch das Feuer angerichtete Schaden wird im Laufe des Tages deutlich nach unten korrigiert. Während gegenüber Pressevertretern am Brandort noch von rund 400 000 Euro die Rede ist, geht die Polizei später in "ersten vorsichtigen Schätzungen" von einer Schadenshöhe über 100 000 Euro aus. Eine gute Nachricht: Der ganze Vorfall ging ohne Verletzte ab.
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