"Freuen uns auf die Zuschauer"

Vor dem Glück des Applauses durch das Publikum steht die Mühsal der Theaterarbeit.
Lokales
Neunburg vorm Wald
30.06.2015
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Heute und am Freitag steht das Ensemble des

Festspielsommer mit Schnapszahl: Zum 33. Mal bricht ab Samstag der "Hussenkrieg" in Neunburg aus. "Wir haben gut geprobt, das Ensemble ist sehr gut aufgestellt", erklärt Regisseur Nikol Putz wenige Tage vor der Premiere.

Das 140-köpfige Theaterensemble ist bei der Probenarbeit auf die Zielgerade eingebogen. Seit Monaten haben die Darsteller für das Festspiel der Stadt Neunburg ihre Freizeit geopfert: Ab Anfang Mai war jede Woche bei Einzelproben an der Inszenierung gefeilt worden. Ab Mitte Juni standen jeden Freitag und Samstag Durchlaufproben an. Zusätzlich wurde ehrenamtliche bei Mittelalterfesten, Messe-Auftritten, Radio-Interviews und Theatertagen die Werbetrommel gerührt. Heute Abend absolvieren die Mitwirkenden die zweite Hauptprobe, ehe bei der Generalprobe am Freitag erstmals Publikum die Ränge füllen wird.

Regisseur seit 1997

"Wir freuen uns auf die ersten Zuschauer", sagt Regisseur Nikol Putz, als er gegenüber dem NT den bisherigen Probenverlauf Revue passieren lässt. Seit 1997 zeichnet der aus Hamburg stammende Theatermann für die Inszenierung des Festspiels "Vom Hussenkrieg" verantwortlich. "Gut geprobt", so Putz, habe das Ensemble in den vergangenen Monaten, man sei "erwartungsgemäß auf einem guten Stand".

Neue Szenen und Figuren

"Aufmerksam und energisch" sei daran gearbeitet worden, das Gesamtgefüge des Theaterabends zusammenzusetzen. Drei neue Szenen und eine szenische Erweiterung hat Putz im 19. Jahr seiner Regie einstudiert, die Bühnenhandlung soll damit um einige markante Stellen erweitert werden. So sind mit Margarete von Lothringen - die Schwester des Pfalzgrafen Johann - und Margarete von Cilli - Stieftochter der Herzogin Beatrix aus ihrer ersten Ehe - zwei weitere historische Figuren ins Scheinwerferlicht getreten.

"Vor dem Glück des Applauses durch das Publikum steht die Mühsal der Theaterarbeit", gibt der Regisseur zu verstehen. Das sei für den einzelnen Darsteller nicht immer ganz leicht. "Es zeigte sich wieder einmal, dass Menschen, die sich einer künstlerischen Tätigkeit zuwenden, auch Kritikfähigkeit mitbringen müssen - sowohl für sich selbst als auch dem Regisseur gegenüber".

Aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen ist der Regisseur "fest davon überzeugt, dass wir zu einer guten, passablen Premiere kommen werden". Die verbleibenden "Übungseinheiten" - die heutige Hauptprobe und die Generalprobe am Freitag - "werden bis zur letzten Sekunde genutzt, um an den Feinheiten zu arbeiten". Der richtigen Betonung, Text und Subtext, Rhythmus und Sprechtempo, Anschlüssen und Übergängen gilt auf dem Weg zur Feinjustierung das besondere Augenmerk.

Tribünendach wird vermisst

Im zweiten Jahr ohne Tribünenüberdachung blickt der Regisseur aber auch mit etwas Sorge auf das Wetter: "Das Dach fehlt uns nicht nur als Akustiksegel, sondern auch als Regenschutz." Nikol Putz und sein Ensemble hoffen aber, dass der angekündigte Sommer ein langes Gastspiel über dem Burghof gibt und sich - nicht nur bei der bereits ausverkauften Premiere am Samstag - von seiner besten Seite zeigt.
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