Für neue Pflege-Aufgabe rüsten

Lokales
Neunburg vorm Wald
01.11.2015
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Die Arbeit des Seniorenbeirates wird in der Pfalzgrafenstadt sehr geschätzt. Aus dem Gremium kommen wertvolle Vorschläge wie der Kreuzungsumbau bei der AOK oder zur Barrierefreiheit. Jetzt sind Ideen für die Zukunft des Marienheims gefragt.

Die jüngste Sitzung des Gremiums im Marienheim verlief ohne den Vorsitzenden Prof. Dr. Günter Pschorn: Er hat seinen Wohnsitz nach München verlegt und wollte die weite Fahrt nicht auf sich nehmen. Das Treffen leitete seine Stellvertreterin Hermine Falk, die von Susanne Gollwitzer und Peter Gillitzer von der Stadtverwaltung unterstützt wurde.

Zum Thema "beschützende Abteilung im Marienheim" nahm Stadträtin Marianne Deml an der Sitzung teil. Schon länger diskutierten Stadt und Stiftung über diese Thematik und seien sehr aufgeschlossen dafür, erläuterte die Beauftragte für die Spitalstiftung. "Wenn Menschen aus Neunburg und der Umgebung, eine geschlossene Abteilung brauchen, dann stellt sich die Stiftung dieser Aufgabe", betonte Deml. Das Ergebnis ihrer Recherchen in benachbarten Pflegeheimen sei, dass sich eine solche Abteilung erst ab einer Zahl von 20 Plätzen rechne. Sie bat den Beirat, zu melden, ob ihnen Personen bekannt sind, die einen Bedarf haben. Denn bevor das Marienheim umgebaut werden könne, müsse zuerst die exakte Zahl der Betroffenen ermittelt werden. Aktuell seien Heimbewohner mit Weglauf-Tendenz sicher im zweiten Stock untergebracht.

"Mir ist bewusst, was es für Angehörige bedeutet, wenn sie Verwandte weiter weg in eine geeignete Abteilung geben müssen, weil das in Neunburg nicht möglich ist", erklärte Deml. Für sogenannte freiheitseinschränkende Maßnahmen, wie Armbänder, mit denen die automatischen Türöffner blockiert werden, sei ein richterlicher Beschluss notwendig. Das sei nicht ganz einfach umzusetzen. Deshalb wird die Stadträtin eine Machbarkeitsstudie anregen für den baulichen Rahmen einer beschützenden Abteilung mit eigenem Zugang zum Garten und die Mehrkosten für das zusätzlich benötigte Personal. Sie versicherte, an dem Thema dranzubleiben.

Überzeugt war Marianne Deml, dass in Neunburg barrierefreies Wohnen oder eine Seniorenwohngemeinschaft gebraucht wird, speziell ältere Menschen, die noch so rüstig seien, dass sie nicht sofort in ein kleines Zimmer in einem Pflegeheim ziehen möchten. Im Umfeld des Marienheimes, in der "Dorrer-Villa" (NT berichtete) könnte so eine Zwischenstufe mit kleineren geeigneten Wohnungen entstehen, erklärte die Beauftragte für die Spitalstiftung. Auch hier müsse zuerst der Bedarf ermittelt werden. Die Mitglieder des Seniorenbeirates versicherten, dass sie sich bei der Planung einbringen würden.

Aus dem Kreis des Beirats wurde die Frage gestellt, ob inzwischen schon einmal ein Bußgeld wegen Verunreinigung durch Hundekot verhängt worden sei. Rathaus-Mitarbeiter Peter Gillitzer bedauerte, dass den Leuten häufig der Mut fehle, die Namen der entsprechenden Hundehalter zu benennen. So habe das Ordnungsamt keine Möglichkeit tätig zu werden. Als gelungen eingestuft wurden die Überquerungshilfe und die Neugestaltung der AOK-Kreuzung. Um den Vorsitz des Seniorenbeirates, für den Rest der Legislaturperiode zu regeln, wird die Stadtverwaltung Professor Pschorn anschreiben, ob er weiter zur Verfügung steht. Wenn ja, muss Stadtrat beschließen, dass Pschorn als "Nicht-Neunburger" im Amt bleiben kann.
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