Für Notfall am Wasser gerüstet

Große Schlagkraft stellen die Hilfsorganisationen bei der Rettungsübung am Eixendorfer Stausee unter Beweis. Unter anderem suchen mehrere Bootsbesatzungen der Wasserwacht nach dem "vermissten Kind". Bild: frd
Lokales
Neunburg vorm Wald
17.06.2015
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Rettungsboote in voller Fahrt, Tauchtrupps pflügen durch die Fluten, am Ufer drehen Suchtrupps jeden Stein um: Bei einer großangelegten Übung am Eixendorfer Stausee stellen die Rettungsorganisationen ihre Zusammenarbeit auf den Prüfstand.

Kräfte von Wasserwacht, DLRG, Feuerwehr und THW sind in den Abendstunden an der Talsperre angerückt. Die Übung der "Wasserrettungsgruppe Ost" soll die Abläufe bei einem Ernstfall durchleuchten und das Zusammenspiel der Helfer fördern, gleichzeitig wird der Digitalfunk einem Probelauf unterzogen. Der Neunburger Stefan Dirnberger, Einsatzleiter bei der Kreiswasserwacht, hat die Übung konzipiert und vorbereitet.

Häufig Alarm am Stausee

Wie Wolfgang Dantl, stellvertretender Vorsitzender der Kreis-Wasserwacht, im Vorfeld der Übung erläutert, sei der Eixendorfer See in den vergangenen Jahren einer der Einsatz-Schwerpunkte gewesen. Gekenterte Segelboote oder verunglückte Angler machen immer wieder eine Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen nötig. Bei der Übung rücken deswegen auch der Ablauf der Rettungs- und Alarmierungswege in den Fokus.

Folgendes Szenario lag der Übung am Dienstag zugrunde: Bei einem Ausflug an den Stausee macht eine Familie ein Picknick am Badeplatz am Ostufer. Die beiden 12 und 7 Jahre alten Buben fahren mit ihren Rädern zur Staumauer, dort kommt es zwischen beiden zum Streit, und der Jüngere macht sich alleine auf den Rückweg. Doch als sein älterer Bruder 20 Minuten später zurückkehrt, ist der Siebenjährige noch nicht da. Die Eltern machen sich erfolglos auf die Suche nach dem Buben und holen nach etwa einer halben Stunde die Polizei zu Hilfe.

Nur wenige Minuten später trifft eine Streife der Polizeiinspektion Neunburg am See ein, die Beamten bewerten die Lage als ernstzunehmend. Über die Einsatzzentrale Regensburg bei der Integrierten Leitstelle Amberg werden schließlich weitere Kräfte zur Vermisstensuche angefordert. In relative kurzer Zeit treffen die Einsatzkräfte der verschiedenen Verbände am Parkplatz an der Stauseebrücke ein und werden in Lage und Einzelaufträge eingewiesen.

Eine umfangreiche Suchaktion am Ufer und in den umgrenzenden Waldstücken beginnt. Die Betreuung der aufgelösten Familienangehörigen übernimmt das Kriseninterventionsteam der Johanniter. Auf dem See sind Boote unterwegs, mehrere Gruppen Rettungstaucher durchsuchen die Fluten. Die "Froschmänner" entdecken zunächst ein Fahrrad im Wasser, das aber dem vermissten Buben nicht gehört. Bei Einbruch der Dunkelheit leuchtet das THW den Uferbereich mit einer 18 000 Watt starken Lichtmastanlage an. Die Höhenretter der Feuerwehr Neunburg müssen einen verletzten Kameraden aus unwegsamem Gelände bergen. Schließlich gelingt es, das Kind nach mehreren Stunden wohlbehalten und unversehrt zu finden.

Prominente Beobachter

Bei der Abschlussbesprechung zeigten sich die Einsatzleiter der einzelnen Rettungskräfte sehr zufrieden mit dem Ablauf der Übung und lobten die Professionalität der Retter. Die neue Digital-Funk-Verbindung sei für die effektive und reibungslose Zusammenarbeit ein wichtiger Baustein gewesen.

Vom Zusammenwirken der Rettungsorganisationen überzeugten sich zahlreiche Beobachter, darunter Altlandrat und BRK-Kreisvorsitzender Volker Liedtke, Bürgermeister Martin Birner, der Neunburger CSU-Stadtrat Klaus Zeiser sowie Oberkommissar Tobias Mattes, Leiter der Polizeiinspektion Neunburg. Dieser freute sich über den erfolgreichen Probelauf für den Digitalfunk: Mit dem neuen Hilfsmittel können die Einsatz- und Hilfskräfte künftig noch effektiver ihren Dienst für den Bürger leisten.
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