Für Schürzenjäger kommt's dick

Margret Page, Frau Quirlig und Alice Fluth (von links) erteilten dem unverbesserlichen Schürzenjäger Sir John Falstaff eine gehörige Lehre. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
16.07.2015
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Ein humorvoller Klassiker, überaus engagierte Schauspieler, ein lauer Sommerabend und ein idyllischer Burghof: Mit diesen Trümpfen konnte die Aufführung der "Lustigen Weiber von Windsor" nur zu einem großartigen Erfolg werden.

Mit der klassischen Komödie "Die lustigen Weiber von Windsor" von William Shakespeare unter der Regie von Till Rickelt hat das Landestheater Oberpfalz (LTO) einen Glücksgriff gemacht und bei seinem ersten Auftritt im Burghof einen überragenden Eindruck hinterlassen. Die Besetzung der Rollen mit motivierten, erstklassigen Laiendarstellern hätte nicht besser sein können.

In der Hauptrolle agierte John Falstaff (Ruppert Grünbauer), ein verfressener Maulheld, Säufer und unverbesserlicher Schürzenjäger, der wieder mal völlig abgebrannt war. Um sich finanziell zu sanieren, machte er gleich zwei reichen Bürgersfrauen aus Windsor den Hof, Alice Fluth (Martina Meier) und Margret Page (Carmen Puhane). Indem er sich Zutritt zu deren Schlafzimmern verschaffte, versprach er sich auch einen bequemen Zugang zum Geldbeutel der gehörnten Ehemänner.

Als die beiden Damen herausfanden, dass jede von ihnen den gleichen Liebesbrief erhalten hatte, war die Entrüstung groß: "Von nun an werde ich von dicken Männern nur das Schlechteste denken." Beide waren sich einig: "Mir kommt der nicht über die Reling." Sie beschlossen, dem dicken Ritter eine Lektion zu erteilen, die sich gewaschen hat.

Mit von der Partie war Frau Quirlig (Waltraud Janner-Stahl), die ihrem Namen alle Ehre machte und deren verfälschte Ausdrücke ("Ich bitte um äußerste Diskrepanz.") beim Publikum wahre Lachsalven auslösten. Für heitere Szenen sorgten auch Pistol (Johanna Gradl), Bardolph (Christoph Widmann), Friedensrichter Seichtl (Herbert Kreutzer), Dr. Schmächtig (Adrian Stuhlfelner) und Pfarrer Evans (Sonja Hammer-Kölbl).

Erheiterung erzeugte auch der verzweifelte Versuch, die Türen der vier Container, die als raffinierte Kulissen dienten, trotz aufkommender Windböen offen zu halten. Da wurden schon mal Schirme eingeklemmt oder die Stiefel eingesetzt. Auch die witzige Mimik der Darsteller brachte die Zuschauer immer wieder zum Lachen. Als genialer Schauspieler erwies sich Uli Scherr als Ehemann von Alice Fluth ("Welche Hölle ist es, eine Frau zu haben."), der sich als "Herr Bach" ausgab, um bei Sir John herauszukitzeln, zu welcher nächtlichen Stunde er die Frauen besucht.

Bis dem dicken Ritter Falstaff eine Lektion erteilt und der eifersüchtige Ehemann geheilt wurde, erlebten die Zuschauer noch viele lustige Szenen, in denen sich der Hauptdarsteller unter anderem im Wäschekorb versteckte und ins Wasser geworfen wurde ("Mich ins Wasser werfen! Das Wasser schwemmt mich doch auf!"). Das begeisterte Publikum sparte nicht mit Applaus für die großartige Leistung der Schauspieler, die mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Neunburg waren.
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