Gemeinden für Zukunft rüsten

Initiator Herbert Mirbeth (rechts) hieß zur Auftaktveranstaltung "Die zukunftsfeste Kommune" zahlreiche Bürgermeister und auch Landrat Thomas Ebeling willkommen. Bild: rid
Lokales
Neunburg vorm Wald
16.04.2015
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Spätestens wenn die "Babyboomer" ins Rentenalter eintreten, bekommt die Gesellschaft die demografische Entwicklung zu spüren. Schon in wenigen Jahren wird es soweit sein, befürchtet der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete Herbert Mirbeth.

Weil sich "die Politik" nicht mit dem Thema befasse, ergriff Mirbeth, einst auch Regensburger Landrat und Bürgermeister von Hemau, jetzt die Initiative. Am Mittwoch eröffnete er in der Schwarzachtalhalle das Projekt "Die zukunftsfeste Kommune" der Hanns-Seidel-Stiftung. Der pensionierte Landrat erläuterte die Intention der CSU-nahen Einrichtung, die bis zum Jahr 2017 Lösungsansätze aufzeigen möchte. Schon jetzt fordert Herbert Mirbeth: "Alle politischen Entscheidungen müssen einem Demografie-Check unterzogen werden." Der frühere Bürgermeister empfiehlt den Kommunen, sich verstärkt mit dem Leerstandsproblem in den Ortskernen zu beschäftigen. Von der Landes- und Bundespolitik erwartet er steuerliche Anreize für junge Menschen, "die sich mit dem Gedanken tragen, in die historisch gewachsenen Siedlungsbereiche zurückzukehren".

Bei Familien punkten

"Wir sind dabei, unsere Hausaufgaben zu machen", versicherte Bürgermeister Martin Birner. Neunburg könne mit Familienfreundlichkeit, Sicherheit für die Bürger und einem hohen Erholungswert punkten. Die Stadt sei wirtschaftlich gut aufgestellt, biete ein breites Bildungsangebot, lege großen Wert auf die städtebauliche Entwicklung, könne ausreichend Arbeitsplätze anbieten und verzeichne steigende Einwohnerzahlen. Den Spagat, den erhaltenswerten Altbaubestand zu sichern und gleichzeitig Neues zu entwickeln, hält der Bürgermeister für die große Herausforderung der Zukunft.

In der Gemeinde Stulln halten sich die Geburten und die Sterbefälle bislang noch die Waage. Was Bürgermeister Hans Prechtl allerdings Sorge bereitet, ist der Verlust von jährlich 70 Bürgern, die der Gemeinde den Rücken kehren. Genau umgekehrt ist es in der Gemeinde Stephanskirchen im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Der dortige Altbürgermeister Rudolf Zehentner wies auf einen Zuzug von jährlich 150 Bewohnern hin und betonte: "Die Gemeinde muss dafür die Infrastruktur schaffen und auf die steigende Umweltbelastung reagieren."

Fünf Kernthemen

Diese beiden Beispiele verdeutlichten den Teilnehmern an der Auftaktveranstaltung die Bandbreite der verschiedenen Probleme. Um das komplexe Thema in den Griff zu bekommen, will es der Kommunalbeauftragte der Hanns-Seidel-Stiftung, Arthur Kolbe, auf fünf Kernthemen beschränken und dazu Arbeitskreise bilden. 2017 sollen die bayerischen Kommunen praktische Handreichungen zur Lösung der demografischen Herausforderung erhalten.
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