Gesundheit als Standortfaktor

Für Professor Dr. Horst Kunhardt ist "Gesundheit als Wert" zu einem wichtigen Produktions- und Standortfaktor geworden. Bild: rid
Lokales
Neunburg vorm Wald
29.10.2015
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"Gesunde Mitarbeiter sind ein wichtiger Baustein für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens", betont Diplom-Psychologe Martin Simmel. In Zeiten des demografischen Wandels und dem damit verbundenen Fachkräftemangel gewinne dieses Kapital zunehmend an Bedeutung.

Der Einladung der Industrie- und Handelskammer zu einem Seminar in der Schwarzachtalhalle waren 60 Firmeninhaber und führende Mitarbeiter gefolgt. Sie ließen sich Tipps für ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement im Betrieb geben.

Wer in seinem Unternehmen gesundheitsbildende Maßnahmen fördern möchte, sollte seinem Mitarbeiter Wertschätzung und Respekt entgegenbringen und Optimismus verbreiten. Wer seine Beschäftigten dagegen nur über das Gehalt zu motivieren versuche und ihnen "eine Art Schmerzensgeld" zahle, diesem Unternehmen gibt Martin Simmel wenig Zukunftschancen. Immer mehr Berufstätige greifen zu Medikamenten. Doping gegen Stress, Leistungsdruck und Mobbing. "Gesunde Unternehmen Bayern", eine Initiative des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, reagiert auf diese Entwicklung und bietet den Betrieben ein "systematisches Gesundheitsmanagement" an.

Chef muss Vorbild sein

"Zuhören, die Bedürfnisse des Mitarbeiters verstehen und darauf reagieren", empfiehlt Diplom-Betriebswirtin Beate Wassmer. "Der Chef muss die Leitbilder vorleben", verdeutlichte die Expertin, nur dann könne er dies auch von seinen Mitarbeitern erwarten. Die Kunst einer erfolgreichen Personalführung liege vor allem darin, die Beschäftigten nach deren Leistungsfähigkeit einzusetzen und weder zu unter- noch zu überfordern.

Professor Dr. Erich Wühr (Technische Hochschule Deggendorf) empfiehlt den Betrieben die Entwicklung "gesundheitsbildender Werte". Nur wenn die Anforderungen an die Mitarbeiter und dessen Fähigkeiten zusammenpassten, könne sich ein Klima des Vertrauens entwickeln. Der Chef sollte seinen Angestellten während der Arbeitszeit auch "schöpferische Pausen" gönnen.

Angenehmes Klima schaffen

400 Euro kostet dem Arbeitgeber ein "kranker Mitarbeiter" pro Tag. "Bei durchschnittlich zwölf Krankheitstagen im Jahr sind das 4800 Euro im Jahr", rechnete Winfried Mellar den Seminarteilnehmern vor. Der Geschäftsführer "Fachkräftesicherung" bei der Industrie- und Handelskammer riet den Betriebsleitern, das Gesundheitsmanagement im Unternehmen zur Chefsache zu machen und Strukturen für ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Nur ein zufriedener Mitarbeiter sei motiviert und identifiziere sich mit seiner Firma.

Für Professor Dr. Horst Kunhardt, Technische Hochschule Deggendorf, steht, fest, dass "Gesundheit" als Wert heute zu einem wichtigen Produktions- und Standortfaktor für die Unternehmen geworden sei. Der Leiter des Instituts für Gesundheitsmanagement untermauerte seine Thesen mit Kosten-Nutzen-Analysen und Praxisbeispielen.
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