Happy-End mit Fliesenkleber

Hochmotivierte und talentierte Schauspieler brachten mit viel Spielfreude das Märchen "Aschenputtel" in neuem Gewand auf die Bühne der Schwarzachtalhalle. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
18.03.2015
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Beim Prinzenball wird ein Leberkäs-Büfett aufgetischt, und der goldene Schuh bleibt auf der frisch gefliesten Treppe kleben: Das Dialekt-Musical "Oschnputtl" ist so ganz anders als seine berühmte Märchen-Vorlage.

Ausverkauft war die Schwarzachtalhalle, als Autor und Komponist Tom Bauer alle "Erbsenzähler" im Publikum begrüßte. Er hat das Märchen "Aschenputtel" in völlig neuer Form bearbeitet. Die Musik, die Texte in Versform und bayerischer Mundart sowie die gesamte Produktion lagen in seinen Händen, auf der Bühne trat er als "unsichtbarer" Erzähler auf. Garniert mit Live-Musik der "Brima Stadtmusikanten" sorgte das umgestaltete Märchen mit komödiantischen Szenen und lustigen Dialogen für Lacher. Dem Regisseur ist es gelungen, für diese witzige Inszenierung alle Rollen mit exzellenten Schauspielern zu besetzen.

Erbsen in allen Variationen

In dem in Bayern spielenden Märchen lebte der Erbsenhändler Quirin Puttl mit seiner fürsorglichen Tochter "Oschnputtl", die dafür sorgte, dass jeden Tag Erbsen in allen Varianten auf dem Speiseplan standen. "Oschnputtl" überredete ihren Vater zu einer Heiratsannonce im Kirchenanzeiger, damit er nach dem Tod der Mutter nicht mehr so allein sei. Es folgte der Auftritt der attraktiven "Mehrfach-Witwe" Maria Stief samt ihren biestigen und nichtsnutzigen Töchtern Vanessa und Elvira. Stinkfaul und nicht gerade intelligent, dachten sie sich immer wieder neue, unsinnige Arbeiten für "Oschnputtl" aus, wie beispielsweise Schneeschaufeln im August.

Die Wende kündigte sich an, als der Prinz zur Brautschau einlud und alle drei Stiefs zum Fest rauschten. Auch "Oschnputtl" wollte zum Ball und übertrag ihren Job, die Erbsen aus der Asche rauszupicken, an Chef und Lehrling der "Täubchen und Täubchen Co. KG". Vor allem das "junge Täubchen", gespielt von der aus Heinrichskirchen stammenden Julia Hofstetter, zog alle Zuschauer in seinen Bann. Quirlig und wie ein Wirbelwind fegte sie über die Bühne und die Zuschauer amüsierten sich köstlich über ihre Naivität.

"Pest oder Cholera"

Beim Prinzenball wehrte Prinz Ferdinand die Avancen der Stief-Schwestern ab - "des is' ja nur die Wahl zwischen Pest und Cholera", war aber ganz hingerissen von "Oschnputtl", die das bezaubernde Kleid ihrer Mutter trug. Doch die ließ sich lieber das Leberkäse-Büfett schmecken und wollte am Getränkeautomaten ein Bier-Markerl einlösen. Dann war sie plötzlich verschwunden, doch ihr goldener Schuh blieb im Fliesenkleber von "Täubchen und Täubchen" hängen.

Das brachte den Prinzen schließlich auf ihre Spur, er konnte um "Oschenputtls" Hand anhalten und das Happy-End war perfekt. Nach dem gemeinsamen Schlusslied aller Darsteller "Auch du kannst Teil von einem Märchen sein" belohnte wohlverdienter Applaus das Ensemble.
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