Hilfe wirkt auf vielen Ebenen

Die Retter sagten Danke für die Unterstützung der Neunburger Rotkreuz-Bereitschaft. Neben den FEE-Geschäftsführern Hans und Gerlinde Fleischmann (vorne, Dritter und Vierte von links) wurden auch langjährige Mitglieder ausgezeichnet; allen voran Erich Habich (hinten, Vierter von links) mit der Henry-Dunant-Medaille in Gold. Die Ehrungen überreichten Bürgermeister Martin Birner (rechts), die Bereitschaftsleiter Maximilian Lang (vorne, Dritter von rechts) und Margit Martzak-Görike (hinten, rechts) sowie BRK-Di
Lokales
Neunburg vorm Wald
31.03.2015
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Im Schlosssaal ehrten das Bayerische Rote Kreuz und die Stadt Neunburg langjährige Mitglieder und verliehen dabei auch die höchste Auszeichnung, die das BRK zu vergeben hat. Besonders im Blickpunkt stand die Firma FEE, mit deren Hilfe ein im Landkreis einzigartiges Gerät angeschafft werden konnte.

Für viele ist der technische Fortschritt Fluch und Segen zugleich. Maschinen, die Arbeitskräfte ersetzen, technische Defekte, die Unglücke auslösen - das sind nur zwei Beispiele für die vielen Nachteile neuester Technik. Für das Rote Kreuz im Landkreis Schwandorf ist der Fortschritt jedoch ein Segen. Dies wurde am Montag beim Ehrenabend von BRK und Stadt Neunburg deutlich, als im Schlosssaal "Lucas II" vorgestellt wurde.

"Lucas II" ist nicht etwa ein neuer Mitarbeiter, sondern eine mechanische Reanimationshilfe, die künftig die Rettungskräfte in Neunburg und im ganzen Landkreis unterstützt. Der Apparat wird Personen mit Herzversagen um die Brust angelegt und führt die Herz-Druck-Massage automatisch aus. Dies bietet zwei große Vorteile: Muss die Herz-Druck-Massage über einen längeren Zeitraum durchgehalten werden, kostet das die Rettungskräfte sehr viel Energie. Mit schwindender Kraft nimmt auch die Qualität der Druckmassage ab.

Förderung seit vielen Jahren

"Lucas II" führt die Wiederbelebung ständig mit der gleichen Intensität und dem gleichen Rhythmus fort, was die Überlebenschancen des Patienten deutlich erhöht. Ein Sanitäter, der bisher ausschließlich mit der Herz-Lungen-Massage beschäftigt war, kann sich nun um andere wichtige Dinge - wie beispielsweise Vorbereitungen zum Abtransport eines Patienten - kümmern. Das BRK Neunburg ist die einzige Bereitschaft im Landkreis, die über eine solche mechanische Reanimationshilfe verfügt. Möglich war dies nur durch die großzügige Hilfe der FEE GmbH, die seit vielen Jahren das Rote Kreuz unterstützt. Höhepunkt ihres Engagements war die höchste Spende, welche die BRK-Bereitschaft Neunburg jemals von Unternehmen erhalten hatte - knapp 20 000 Euro. Damit konnte unter anderem "Lucas II" angeschafft werden.

Für dieses einzigartige Engagement bedankten sich die zahlreichen Redner bei den FEE-Geschäftsführern Gerlinde und Hans Fleischmann. BRK-Präsident Theo Zellner bezeichnete es als Glücksfall für die Stadt Neunburg und den gesamten Landkreis, solche Firmen ansässig zu haben. BRK-Bereitschaftsleiter Maximilian Lang überreichte dem Ehepaar Fleischmann ein kleines Dankeschön für ihre "großartige Unterstützung".

Noch wichtiger als die technische Ausstattung ist jedoch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer. "Die Arbeit des Roten Kreuzes wäre ohne Ehrenamt nicht denkbar", stellte Zellner fest. Bürgermeister Martin Birner betonte, dass "die Rotkreuztätigkeit von den Menschen lebt, die bereit sind, sich sozial zu engagieren und dafür viel von ihrer Freizeit, ihrer Energie und ihrer Kompetenz aufwenden". Für ihr Engagement und ihre Treue ehrte Bereitschaftsleiter Maximilian Lang zahlreiche Mitglieder. Mit der höchsten BRK-Auszeichnung, der Henry-Dunant-Medaille in Gold, wurde Erich Habich ausgezeichnet, der sich trotz seines Alters in vielerlei Hinsicht für das BRK einsetzt und der älteste diensthabende Helfer vor Ort ist.

Für Hilfe sensibilisieren

Doch auch die vielen ehren- und hauptamtlichen Helfer, ein gut funktionierendes Notfallsystem und die beste technische Ausstattung bringen nichts, betonte Lang, wenn nur 15 Prozent der Bürger dazu bereit und in der Lage wären, im Notfall Erste Hilfe zu leisten und eine Herz-Druck-Massage zu beginnen. Eine Tatsache, an der unbedingt gearbeitet werden müsse, so Lang.
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