Jeder Einkauf eine Spende

Bürgermeister Martin Birner, Elke Reinhart und Helmut Faltermeier (von links) halten bereits die Kleiderbügel in der Hand. Doch bevor der Kleiderladen im Oktober eröffnet, müssen erst noch die Räume in der ehemaligen Bäckerei Bauer auf Vordermann gebracht werden. Bild: pko
Lokales
Neunburg vorm Wald
27.08.2015
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"Nichts auf der Welt ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist", wusste der Schriftsteller Victor Hugo schon vor mehr als 100 Jahren. In Neunburg ist ein Kleiderladen der aktuelle Tribut an die Zeit - dort wo es früher Semmeln und Brezen gab.

Der Kleiderladen soll in der Vorstadt einziehen, in die Räume der ehemaligen Bäckerei Bauer. Elke Reinhart hat ihre vielen Kontakte genutzt und das Projekt "Kleiderladen" schnell in erfolgreiche Bahnen gelenkt. Träger wird das Bayerische Rote Kreuz sein.

Wohin mit den Klamotten?

Die Idee "Kleiderladen" wurde geboren, weil viele ihre fast neue Kleidung an die Tafel oder die Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Kaserne weitergeben wollten. "Das Problem war, wo die Klamotten gestapelt werden sollten", erklärte Reinhart beim Pressegespräch. Bei der "Tafel Neunburg" seien 60 Bedarfsgemeinschaften gemeldet, und auf dem Plattenberg lebten 136 Asylbewerber, wusste die Vorsitzende von Kulis und Mitglied beim Rotary Club Oberpfälzer Wald/Oberviechtach. Deshalb sah sie die Notwendigkeit, in dieser Richtung etwas zu unternehmen.

Die sozial engagierte Schwarzhofenerin fing zu telefonieren an und hatte die Grundsteine für den Kleiderladen schnell gelegt. Der Betreiber des Ferienhofes Heimerlmühle stellt seine Räume in der ehemaligen Bäckerei Bauer zur Verfügung. In Helmut Faltermeier vom BRK-Kreisverband fand sie einen kompetenten Unterstützer, der die Trägerschaft mit dem BRK klarmachte. "Die Rahmenbedingungen für das erste Jahr sind fest", gab Reinhart bekannt. Danach sollte sich die Einrichtung selbst tragen. Im Kleiderladen können alle einkaufen. Jeder Einkauf wird eine Spende sein.

Überschüssige oder aussortierte Ware geht in die Altkleidersammlung des BRK. Größere Gegenstände wie Kinderwägen oder Fahrräder, Waschmaschinen und Möbel werden über ein Schwarzes Brett im Schaufenster vermittelt. Vom Erfolg des Kleiderladens ist die Initiatorin überzeugt, denn sie hat das gut laufende Geschäft der Kolpingfamilie Nittenau angeschaut und von da nur gute Erfahrungen mitgenommen.

Auch für Schnäppchenjäger

"Ich habe mich verpflichtet gefühlt, den Kleiderladen in Neunburg auf den Weg zu bringen", erklärte Faltermeier, der für den BRK-Kreisverband Schwandorf hinter dem Projekt steht. Er habe mit der Pfalzgrafenstadt schon immer eine hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung der BRK-Rettungswache erfahren. Es werde eine Einkaufsmöglichkeit nicht nur für Bedürftige geschaffen, sondern auch für kinderreiche Familien, Senioren mit wenig Einkünften oder einfach Menschen, die gerne ein Schnäppchen machen. "Wir müssen alle daran arbeiten, dass die Hemmschwelle verschwindet, in einem solchen Laden einzukaufen", forderte Faltermeier auf. Bürgermeister Martin Birner dankte Reinhart für die tolle Idee und ihr erfolgreiches Engagement und dem BRK für die Übernahme der Trägerschaft. Hier gebe es ein gegenseitiges Geben und Nehmen, wovon viele profitieren könnten. Die Stadt unterstütze das Vorhaben nach Kräften. Als nächsten Schritt wird Elke Reinhart ihre Mitglieder bei Kulis aktivieren und die Räume herrichten. Später werden auch Ehrenamtliche für die Öffnungszeiten immer montags und freitags für jeweils drei bis vier Stunden gebraucht. Ab etwa Mitte Oktober steht der Kleiderladen Neunburg für alle offen.
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