Jenseits vom Waschbrettbauch

Lokales
Neunburg vorm Wald
28.01.2015
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Nach dem Motto "Was die Chippendales können, können wir schon lange" inszenierten sechs Männer in der Schwarzachtalhalle eine Show, die kaum jemand von diesen biederen Typen erwartet hätte. Die Lachmuskeln der Zuschauer wurden aufs Äußerste strapaziert.

Mit der Komödie "Ladies Night" hat das Landestheater Oberpfalz (LTO) einen Volltreffer erzielt. Sechs Darsteller des Stadtbühnen-Ensembles stellten sich der Herausforderung, Figuren zu verkörpern, die jenseits vom "Waschbrettbauch" und dem idealen "Body-Mass-Index" eine grandiose Show auf die Bühne brachten, die am Ende "hüllenlos" war.

Das Stück, das mit der Begeisterung für einen Auftritt der knackigen Chippendales begann, brachte eine Gruppe arbeitsloser Männer auf die Idee, sich ebenfalls so zu präsentieren. "30 000 Euro für a bisserl Hinternwackeln müsste doch möglich sein", dachten sich Rudi und Stefan. Unter dem Werbeslogan "Strippergruppe sucht knackige Jungs, die Lust haben, das Alltägliche zum Beruf zu machen", meldeten sich mehrere Gleichgesinnte, die jedoch alle nicht den Traummaßen entsprachen. Da war der verklemmte Holger, der noch "bei Mutti" wohnt, Franz-Xaver, der als Rentner noch einmal durchstarten will, Leonhard, der seine Arbeitslosigkeit vor seiner Frau verheimlicht und Toni, der sich dem männlichen Geschlecht hingezogen fühlt.

Die Zuschauer bogen sich vor Lachen, als die sechs Männer erste, unbeholfene Versuche machten, beim Striptease die Hüllen fallen zu lassen. Da musste Tanzlehrer Leonhard helfen. "Tänzer haben Grazie", lautete sein Ratschlag und diese Grazie galt es nun einzuüben, obwohl man sonst nur gewohnt war, Bierflaschen zu leeren und schlaue Sprüche loszulassen. "Des kon se doch koa Sau merken", war demzufolge auch der anfängliche Kommentar der Gruppe. Als aber dann die geplante Show total ausverkauft war wegen der Ankündigung "Mia zoing alles", und das Interesse an den "nicht ganz so knackigen Jungs" groß war, wuchs auch das Selbstbewusstsein. Die "glorreichen Sechs" boten in Feuerwehruniformen einen großartigen Auftritt. Das Publikum kreischte, pfiff und applaudierte, als am Schluss die Lackhosen fallen gelassen wurden, und nur noch die Helme als "Schutz" dienten".

Charaktere authentisch

Die Darsteller des Landestheaters haben mit dem Stück genau den Geschmack des Publikums getroffen. Beachtenswert, wie authentisch die einzelnen Charaktere verkörpert wurden. Auch das Bühnenbild war geschickt umgesetzt. Drei Schiffscontainer dienten als multifunktionale Schauplätze für die einzelnen Szenen und vermittelten einmal die kühle Atmosphäre eines Arbeitsamtes und dann wieder das Flair einer glitzernden Showbühne. Herzhaftes Lachen und zwei Stunden tolle Unterhaltung waren mit den "Oberpfälzer Chippendales" garantiert.
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