Karl Stumpfi und "Unverborben"-Quartett beim zweiten Neunburger Kunstherbst
Scharfzüngig und frivol

Karl Stumpfi (vorne) verstand es beim "Blauen Montag", mit heiteren, nachdenklichen und frivolen Texten bestens zu unterhalten. Das "Unverdorben"-Quartett Günter Schmid, Jürgen Zach, Klaus Götze und Eddi Gabler (von rechts) umrahmte den Abend gekonnt. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
27.11.2014
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Mit einem musikalischen Leseabend endete der zweite Neunburger Kunstherbst. Unter dem Titel "Mit freudigem Geifern" präsentierten Karl Stumpfi und das "Unverdorben"-Quartett ein heiter-beschwingtes Programm mit hintergründigem Humor.

Die zahlreichen Zuhörer beim "Blauen Montag" im Gasthaus "Zur Goldenen Gans" erlebten einen unterhaltsamen Abend mit scharfzüngigen, teils frivolen Texten. Karl Stumpfi erwies sich als exzellenter Rezitator, der die Pointen durch seinen abwechslungsreichen Vortrag geschickt in Szene setzte und ihnen seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückte. Mit der "Entwicklung der Menschheit" von Erich Kästner begann die Lesung. Durch die Erfindung des Geldes schaffte der Mensch den Quantensprung in seiner Entwicklung, was Stumpfi in dem Text "Vom Gelde" von Heinrich Spoerl verdeutlichte. Der Spruch "Zeit ist Geld" stimme nicht, denn wer Geld hat, habe keine Zeit und umgekehrt. Darauf passte das Musikstück "Wenn ich einmal reich wär", das Günter Schmid (Akkordeon), Klaus Götze (Gitarre) und Jürgen Zach (Gesang, Bass) humorvoll präsentierten.

"Der Depp" und die Liebe

Anschließend führte Stumpfi in die "Handlungskompetenz" von Hans Magnus Enzensberger ein, um dann einen "kurzen Vortrag über die Beamten" von Thomas Gsella vorzutragen. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen wurden beleuchtet. Der "tiefenpsychologischen" Analyse, "Was will die Frau?" von Bernhard Lassahn, dessen Ergebnis "Stricken" war, folgte "La donna e mobile". "Der Depp" von Effe Bernstein wurde in dem Lied "Warum bin i so dumm?" herzzerreißend besungen. Mit der Liebes-Organologie" und der "Animal-Erotica" ging es nach der Pause frivol und leicht erotisch weiter, was die Musiker zu Titeln wie "Maus, Maus, zuckersüße Maus" und "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", inspirierte.

Schlussakt mit Reggae

Als "Special-Guest" spielte der Schwandorfer Gitarrist Eddy Gabler gegen Ende der Veranstaltung einige Songs mit und rundete mit einem Reggae die Musik-Beiträge ab. Im Schlussakt beleuchtete Stumpfi mit der Frage "Ist Altwerden lustvoll?" die letzten Dinge des Lebens, die mit dem Song "Let it be" beantwortet wurden. Das Publikum honorierte das abwechslungsreiche Programm mit Applaus. "Das war ein schöner Abend", resümierte eine Dame und sprach allen aus dem Herzen.
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