Kinder zum Ausgleich fünf Mal ermutigen
Aus der Kritikfalle

Martin Schulze empfiehlt Eltern, auch sich selbst mal eine Auszeit zu gönnen. Bild: agr
Lokales
Neunburg vorm Wald
10.12.2014
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"Kleine Helden brauchen Mut": Für einen Vortrag zu diesem Thema hatte der Grundschul-Elternbeirat als Referenten Martin Schulze, Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), gewonnen.

"Erziehen ist nichts anderes als Ermutigung", zitierte der dreifache Familienvater den Psychiater Erwin Wexberg. Ermutigung sei wichtig, sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder. "Ich bin mir sicher, jeder von euch hat Qualitäten als Eltern", stellte der Referent fest und zog Parallelen: "So wie ihr euch wahrnehmt, so nehmen euch euere Kinder wahr." Wenn man permanent Kritik bekomme, sei man demotiviert, unsicher und das Selbstvertrauen sinke. Deshalb müsse man als erstes aus der Kritikfalle herauskommen, riet der Fachmann. Für ein Mal kritisieren sollte man fünf Mal loben, lautete sein Tipp. Dabei komme es darauf an, wie man dem Kind etwas übermittle: Etwa 70 Prozent komme über Körpersprache und 30 Prozent durch das Reden. Dabei sei es sehr wichtig, den Fokus auf eigene Stärken zu legen, um Positives und Negatives rüber zu bringen.

Und noch einen guten Rat hatte der Fachmann: Erwachsene sollten sich eine Auszeit von täglich 20 bis 30 Minuten nehmen, um zu entspannen. Kinde müssten lernen, dass Eltern diese Auszeit brauchen, um danach den Kopf wieder frei zu haben. Im Spagat zwischen Karriere, Familie und Haushalt würden in der Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen etwa sieben Prozent an Bluthochdruck leiden, gab Schulze zu bedenken. Viele Erwachsene würden die eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen, sondern nur noch die Wünsche der anderen. Der Satz "Ich bin mal weg" sei aber für viele Menschen wichtig im Hinblick auf das Erfahren positiver und negativer Energien.

Nach der These von Rudolf Dreikurs "Es gibt keine faulen Kinder, sondern nur entmutigte" empfahl der Referent, den Kindern mit einem gesunden Selbstwertgefühl gegenüberzutreten und sich den Herausforderungen des Daseins zu stellen.
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