Klagen münden in Kompromiss

Mit dieser grünen Wiese an der Neukirchner Straße ist bald Schluss, sie soll drei Wohnblöcken der Firma MM Projektbau GmbH weichen. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan sieht allerdings kein weiteres Einfamilienhaus mehr vor, und es gab noch weitere Zugeständnisse an die Nachbarn. Bild: Bugl
Lokales
Neunburg vorm Wald
24.07.2015
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Drei Wohnblöcke statt grüner Wiese: Von diesen Plänen waren die Nachbarn in der Neukirchner Straße gar nicht begeistert. Die Neunburger Stadträte schon - zumindest in der abgespeckten Form.

Für den Bau der drei Häuser an der Neukirchner Straße lag dem Stadtrat am Donnerstag ein vorhabenbezogener Bebauungsplan zur Billigung vor. Trotz Verständnis für die Bedenken der Anwohner stellte Bürgermeister Martin Birner gleich zu Beginn der Stadtratssitzung klar, dass der nun vorliegende Entwurf aus seiner Sicht "absolut verträglich" sei. Man habe versucht, weitgehend auf die berechtigten Anliegen der direkten Nachbarn einzugehen, beispielsweise durch die Zahl der Geschosse, die Wandhöhen, sowie die Anordnung und Gestaltung der Stellplätze.

Vorgelegt hatte den Entwurf die Firma MM Projektbau GmbH. Anstatt des ursprünglich vorgesehenen besonderen Wohngebiets war nun ein allgemeines Wohngebiet anvisiert worden. Parzelle eins (direkt an der Straße) soll mit E plus 1 bebaut werden, die beiden dahinter liegenden Parzellen jeweils mit E plus 2. Die Wandhöhe für das Gebäude auf Parzelle eins wurde auf 7 Meter begrenzt, auf den anderen Flächen gilt 10 Meter als Maximum. Bezugspunkt für die Wandhöhe soll dabei die natürliche Geländeoberfläche sein, nicht die Fußbodenoberkante im Erdgeschoss.

Projekt abgespeckt

Als "gute Kompromisslösung" stufte stellvertretende Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU) den vorliegenden Entwurf angesichts des Bedarf an Mehrfamilienhäusern ein. Der Bauherr habe das Vorhaben auf dem viele Jahre lang unbebauten Grundstück abgespeckt. "Und die Festsetzungen im alten Bebauungsplan hätten dem Klageweg ohnehin nicht standgehalten", gab sie zu bedenken.

"Man ist hier den Anliegern entgegengekommen", befand auch Margot Weber für die SPD und verwies auf die vorgesehene vierwöchige Auslegungsfrist, nach der noch einmal über das Projekt entschieden werde. "Es ist erfreulich, wenn jemand in Neunburg investiert", stellte sie klar.

"Ein Bauherr will schließlich auch eine Rendite, wenn er etwas schafft, was wir brauchen", gab Martin Scharf (Freie Wähler) zu bedenken. Auch er war überzeugt, dass der Grundstückseigentümer sein Vorhaben auch ohne die Zustimmung des Stadtrats "durchdrücken" könnte. Das braucht er nun nicht mehr: Die Entscheidung für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zum Neubau einer Wohnanlage fiel einstimmig. Ebenfalls einstimmig war auch das Votum für die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung mit einmonatiger Auslegung.

Weil bereits in einer Woche eine weitere Stadtratssitzung ansteht, entschied das Gremium auch gleich über sieben Bauanträge. Einstimmig gebilligt wurde der Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage von Christian Birner in der Nähe des Trainingsplatzes des FC Neunburg. Keine Einwände gab es auch gegen die Errichtung eines Holzlagerschuppens mit Anhänger-Unterstellplatz durch Andreas Köppl in Mitteraschau. Grünes Licht gab es für die Geräte- und Holzlagerscheune von Bettina Turban in Kleinwinklarn sowie für die Bauvoranfrage von Christina Meier und Stefan Bucher zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage am Ortsrand von Penting.

Ähnliche Pläne hat Thomas Sattler in "Penting-Ost", eine Bebauungsplan-Abweichung durch einen 30 Zentimeter höheren Kniestock erachtete der Stadtrat als unwesentlich. Auch in Fuhrn wird gebaut: Beate und Mischa Käsbauer wollen dort ein Einfamilienhaus mit Carport errichten.

Schneller als Gutachten

Nicht zuletzt gab es auch das gemeindliche Einvernehmen für ein Vorhaben des Freistaates Bayern: Das Wasserwirtschaftsamt Weiden darf somit auf dem Grundstück der ehemaligen Kompostieranlagen am Eixendorfer Stausee eine 10 mal 20 Meter große Unterstellhalle errichten. Stadtrat Walter Drexler konnte sich dazu eine Anmerkung nicht verkneifen: "Wenn die mit ihrem Gutachten zu den Algen genauso schnell wären wie wir mit der Baugenehmigung..."
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