Knast befreit sich von Altlasten

Architekt Michael Steidl (rechts) erläutert Bürgermeister Martin Birner die Arbeiten zur Stabilisierung der Zwingermauer an der Fronfeste. Im Graben wird in der Mitte ein Fußweg mit einer Schotterdecke eingebaut, beidseitige Graniteinzeiler sollen das Regenwasser in die Drainage ableiten. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
13.03.2015
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Die "Alte Fronfeste" erhält ein neues Kleid: Mit Arbeiten an der Zwingermauer hat die Sanierung des jahrhundertealten Gebäudes begonnen. Das frühere Gefängnis soll bis zum nächsten Jahr ein Treffpunkt der Generationen werden.

Ab 19. Februar gruben sich die Arbeiter der Baufirma Wilhelm in die Tiefe: Mit dem Bagger legten sie den Zwingergraben bis hinab zum Fundament der Fronfeste frei. Die Gebäude-Basis wurde überprüft und saniert, zur Trockenlegung eine Drainage samt Sohlplatte eingebaut. Die Fugen im Mauerwerk auf der Zwingerseite sind freigelegt und mit Trasskalkmörtel aufgefüllt worden.

Wie Architekt Michael Steidl im Gespräch mit dem NT erläutert, wird die Mauer mit einem sogenannten Einkornbeton-Rucksack sowie mit dem Einbau von Edelstahlankern stabilisiert. Seit Dienstag werden die Mauerfugen zur Rahmstraße hin geöffnet und freigelegt. Für die Sanierung der Sandsteinabdeckung auf der Zwingermauer fand am Donnerstag ein Abstimmungsgespräch mit dem Landesamt für Denkmalpflege statt. Das Ergebnis: Die Abdeckung bleibt erhalten und wird erneuert, die wenigen schadhaften Steine sollen nach Möglichkeit durch Sandstein aus der Region ersetzt werden.

"Das lässt sich schon sehen", kommentiert Bürgermeister Martin Birner bei einem Baustellenbesuch den bisherigen Verlauf und lobt die "sehr saubere Ausführung". Erfreut nimmt er zur Kenntnis, dass die Arbeiten dem ursprünglichen Bauzeitenplan etwas voraus sind. Denn laut Planer war die Mauer-Stabilisierung erst für den 23. März vorgesehen gewesen.

Wenn die Sanierung geschafft ist, sieht die künftige Raumaufteilung vor, dass im Erdgeschoss im linken Gebäudeteil - im Gewölbe eines ehemaligen Stalls - ein Generationentreff samt Cafeteria mit barrierefreiem Zugang entsteht, eine Spülküche soll ebenfalls eingebaut werden. In der rechten Haushälfte erhält der Eine-Welt-Laden zwei Räume samt Sanitäranlagen. Drei einstige Gefängniszellen werden saniert und rückgebaut und künftig als Lagerräume verwendet. "Auch um das Gebäude trocken zu halten, bekommen alle Räume eine Fußbodenheizung", beschreibt der Planer. Damit die Außenmauer nicht durchnässt, wird eine Wandheizung mit umlaufenden Rohren installiert.

Im Obergeschoss soll der Jugendtreff einziehen, für ihn ist ein großer Gruppenraum sowie ein Büro vorgesehen. Für örtliche Musikgruppen entstehen zwei Probenräume, auch ein Computer-Zimmer und Toiletten fehlen nicht. Das Dachgeschoss wird aus Brandschutzgründen ungenutzt bleiben.

Bereits in der neuen Woche soll das Gebäude der Fronfeste eingerüstet werden, damit die Zimmerei Kraus aus Teunz mit der Sanierung des Dachstuhls beginnen kann. Vorgesehen ist der Einbau neuer Deckenbalkenauflager, kaputte Balken sollen ausgetauscht werden. Das ganze Dach wird neu gedeckt, marode Fenster werden ersetzt.

Um den altertümlichen Charakter des Gebäudes zu erhalten, wird unter anderem eine Liegepritsche, die sich in einer der früheren Gefängniszellen erhalten hat, restauriert. Außerdem wird das Obergeschoss mit einem Bodenbelag aus Holzbohlen nach historischem Vorbild ausgestattet. An der Ost- und Südseite des Hauses wird der Außenputz abgeschlagen und neu aufgetragen, die Nordseite erhält lediglich einen neuen Anstrich. Mit dem Abschluss der Arbeiten rechnet Architekt Michael Steidl zum Jahresende, in der ersten Jahreshälfte 2016 soll die "Alte Fronfeste" bezugsfertig sein.
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