Kräftig bremsen wie ein Büffel

Kommandant Jürgen Keilhammer (Penting) testete die Reaktion seines Fahrzeugs bei engen Kurven auf nasser Fahrbahn. Bilder: pko (2)
Lokales
Neunburg vorm Wald
02.09.2015
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Der Landesfeuerwehrverband bietet für die bayerischen Feuerwehren Fahrsicherheitstrainings an. Das wollten sich die Feuerwehren aus Neunburg, Fuhrn, Kemnath, Penting und Seebarn sowie Neukirchen-Balbini nicht entgehen lassen.

Die Finanzierung erfolgt dabei in Zusammenarbeit von Kommunaler Unfallversicherung Bayern (KUVB) und den jeweiligen Gemeinden. Dabei stehen aber nur begrenzte Kontingente zur Verfügung.

Dank an die Gemeinden

Ermöglicht hatte das Training in der Bundeswehrkaserne in Roding Kreisbrandmeister Ferdinand Duscher, der die Teilnehmer dazu persönlich willkommen hieß und den Nutzen für die Fahrer von Einsatzfahrzeugen unterstrich. Er bedankte sich insbesondere bei den Gemeinden für die Mitfinanzierung. Gerd Weinzierl von der gleichnamigen Fahrschule aus Nittenau wies die Teilnehmer zunächst theoretisch ein. Er erläuterte, dass es bei einem Fahrsicherheitstraining nicht um die gewöhnliche Bedienung eines Fahrzeugs, sondern um dessen Beherrschung im Bereich der physikalischen Grenzen gehe. Wenn die Kräfte der Physik gegenüber den Kräften, die das Fahrzeug auf der Fahrbahn halten, Oberhand gewännen, so Weinzierl, fliege das Fahrzeug von der Straße. Eine klare Absage erteilte der erfahrene Fahrlehrer dem weitverbreiteten "Tellerwaschen", bei dem nur mit der Handfläche das Lenkrad bedient wird. Der anschließende praktische Unterricht gliederte sich zunächst in eine Slalomfahrt, mit der das sichere Ausweichen, beispielsweise im Falle eines plötzlich querenden Fußgängers, geübt wurde.

Keine "Stotterbremse"

Hierbei war es wichtig, das Lenkrad in der sogenannten "10-vor-2-Stellung" sicher in der Hand zu haben. Danach folgten Bremsmanöver bei trockener und nasser Fahrbahn. Das Bremspedal "wie ein Büffel" durchtreten war hier angesagt, um die höchstmögliche Bremsleistung zu erzielen. Stammtischempfehlungen wie die "Stotterbremse" seien grundverkehrt, erklärte der Fahrlehrer. Der Höhepunkt des Trainings war dann die Kreisbahn-Fahrt, ebenfalls bei trockener und nasser Fahrbahn. Dabei tasteten sich die Teilnehmer mit ihren Feuerwehrfahrzeugen an die physikalischen Grenzen heran - Fahrer gegen Fliehkraft. Trainingsziel dieses Übungsparts war das Erfahren des Unter- und Übersteuerns und das Bremsen in solchen Situationen.

Die Teilnehmer waren erstaunt, mit welchen Geschwindigkeiten Kurvenfahrten möglich sind, ohne dass ein Sicherheitsrisiko besteht. Der letzte Abschnitt des Trainings umfasste Zielbremsen bei verschiedenen Geschwindigkeiten, um die Bremswege der schweren Feuerwehrautos kennenzulernen.

Nach einem überaus kurzweiligen Vormittag wurde von den "Fahrschülern" ein durchwegs positives Fazit gezogen, das Training als tolle Erfahrung verbucht. Ein solches Training sei für Einsatzfahrer nur weiterzuempfehlen, war die einhellige Meinung.
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