Kraftwerk erhitzt die Gemüter

Lokales
Neunburg vorm Wald
16.03.2015
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Ein heißes Thema beherrschte die Jahreshauptversammlung des Fischereivereins Neunburg. Die Vorträge und Reden beschäftigten sich intensiv mit dem geplanten E-Werk an der Vorsperre. Vorsitzender Michael Throner war sich sicher, dass dieses nicht gebaut werden wird.

Der Rötzer und der Neunburger Bürgermeister gingen im Gasthaus Irlbacher in Penting vorab bereits in ihren Grußworten auf das Kraftwerk ein und sagten dazu dann nichts mehr, da es sich um ein schwebendes Verfahren handle.

Ludwig Reger aus der Nachbarstadt verneinte die Behauptung Throners, er sei um den Finger gewickelt worden. Als Stadt mit Grundstücken am und einem Teil des Eixendorfer Stausees habe er dem Vorhaben zugestimmt, da es in Zeiten der Energiewende nicht schlecht wäre, auf Wasserenergie zurückgreifen zu können. Dass die Pläne dann beim Fischereiverein auf Gegenwehr gestoßen seien, war nicht abzusehen. "Es soll allen genüge getan werden. Fische, Fischereiverein und Kraftwerkbetreiber sollen am Ende zufrieden sein", betonte Reger.

Formalen Weg betont

Das Vorhaben müsse genau geprüft werden. Ähnlich drückte es auch Bürgermeister Martin Birner (Neunburg) aus. "Wir brauchen die Energiewende schnellst möglich, wir können nicht stehen bleiben." Dieses Pilotprojekt war zu befürworten, was dann dabei herauskomme, könne keiner sagen. Der formale Weg sei nun einmal, dass das gemeindliche Einvernehmen erteilt werde und dann die Fachstellen mit einer Beurteilung an der Reihe seien.

"Wenn das Landratsamt für die geforderte Fischtreppe zuständig ist, dann kann sie nicht die Stadt genehmigen", erklärte Birner. Die Wasserqualität dürfe natürlich nicht schlechter werden. Neunburg und Rötz streben gemeinsam ein ILE-Projekt mit dem Thema "Bodenständig" an und wollen damit den Grundstein für eine Verbesserung im und am Gewässer erreichen. "Ein Widerspruch gegen das E-Werk steht dem Verein frei, Personen sollten aber nicht angegriffen werden", so der Neunburger Bürgermeister.

"Wir klagen und ich bin mir sicher, dass das Kraftwerk nicht kommen wird", daran ließ Throner keinen Zweifel. "Hier hat Landrat Thomas Ebeling uns Fischer, die Bewohner, Urlaubsgäste und die Ökologie des Stausees im Stich gelassen", bedauerte er. Er hätte sich gewünscht, dass Rötz und Neunburg Einwände gegen das Vorhaben der Bayerischen Landeskraftwerke vorgebracht hätten und Landrat Ebeling wie Hans Schuierer bei der WAA, einfach die Genehmigung verweigert hätte. Es war im unverständlich, dass die geforderte Fischaufstieghilfe nicht berücksichtigt werde. Jeder Triebwerkbesitzer werde verpflichtet, eine Fischaufstieghilfe zu bauen. Im Gutachten von Dr. Klein vom Institut für Fischerei und Biomanipulation wurde bereits 1999 eine solche Hilfe gefordert. Dr. Thomas Ring (Fachberatung des Bezirkes der Oberpfalz) und der Vorsitzende des Oberpfälzer Fischereiverbandes, Luitpold Edenhart, sprachen sich ebenfalls vehement für eine Fischaufstieghilfe aus.

Muscheln und Biber

"Nur den Bayerischen Landeskraftwerken wird das am Stausee nicht auferlegt", führte Throner als gravierendsten Punkt der Klageerwiderung des Fischereivereines an. Weitere Störfaktoren im Vorfeld des E-Werkbauvorhabens seien die Gefährdung der Muscheln und die Abschussgenehmigung des Bibers.

In der Jahreshauptversammlung kam aber auch die hervorragende Arbeit des Fischereivereines zur Sprache (Bericht folgt).
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