Kraftwerk von Auflagen begleitet

Für Bau eines beweglichen Wasserkraftwerks an der Stausee-Vorsperre bei Hillstett hat das Landratsamt die Genehmigung erteilt. Fischerei- und Naturschutzverbände prüfen die Möglichkeit einer Klage. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
18.12.2014
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Grünes Licht für mehr Wasserkraft am Stausee: Das Landratsamt Schwandorf hat dem geplanten Kraftwerk an der Vorsperre bei Hillstett die Genehmigung erteilt. Fischerei- und Naturschutzverbände ziehen nun eine Klage gegen den Bescheid in Erwägung.

Wie Franz Pfeffer, Pressesprecher am Landratsamt, dem NT bestätigte, ist der Genehmigungsbescheid am 11. Dezember zugestellt worden. Wegen der Ergebnisse aus dem Anhörungsverfahren habe die zuständige Abteilung für Natur- und Umweltschutz ihr O.k. allerdings mit "ganz erheblichen Auflagen verknüpft".

Erfreut und wehmütig

Der Landeskraftwerke Bayern GmbH, dem Bauherrn des Kraftwerks, bereiten diese Bedingungen eine zwiespältige Gefühlslage. "Wir sind natürlich erfreut, dass wir den Genehmigungsbescheid bekommen haben", erklärte Projektleiter Jochen Zehender auf Anfrage. Allerdings sorgten die umfangreichen und auch kostenintensiven Auflagen doch für etwas Wehmut.

In den behördlichen Forderungen spiele vor allem der Naturschutz eine große Rolle, auch der Fisch-Ökologie werde erheblicher Raum eingeräumt. Zehender nannte aufwendige Begleitmaßnahmen für den Schutz der Muschel-Population sowie ein umfangreiches Monitoring - "das bei Wasserkraft-Projekten eigentlich nicht üblich ist". "Das wird für uns schon sehr aufwendig", so Zehenders Einschätzung. Er bedauerte, dass es insgesamt immer schwieriger werde, Wasserkraft zu betreiben. "Aber wir wollen ja alle die Energiewende", so der Projektleiter. Die Landeskraftwerke leisteten dazu ihren Beitrag. Nächster Schritt für den Kraftwerksbau sei nun die Erstellung der Ausführungsplanung im Detail, hier würden auch die Auflagen eingearbeitet. "Zum Ende des Winters", so Jochen Zehender, soll die Ausschreibung auf den Weg gebracht werden, "und im Frühjahr wollen wir loslegen". Den Abschluss des Projekts visieren die Landeskraftwerke zum Jahresende 2015 an.

Kritik an fehlendem Aufstieg

"Wir sind mit dem Genehmigungsbescheid nicht einverstanden", erklärte Michael Throner, Vorsitzender des Fischervereins Neunburg. Nicht erst seit dem Erörterungstermin (NT berichtete exklusiv) hatten sich die Angler als Gegner der geplanten Anlage positioniert. Nun werde - gemeinsam mit dem Bund Naturschutz und dem Landesfischereiverband - geprüft, ob gegen die Genehmigung Rechtsmittel eingelegt werde und eine Klage beim Verwaltungsgericht Regensburg angestrengt wird. In einer umfangreichen Stellungnahme (siehe Infokasten) kritisiert der Verein unter anderem, dass beim Kraftwerksbau kein Fischaufstieg eingeplant werde - "obwohl das heute eigentlich Stand der Technik ist, und das Vorhaben ja ein Pilotprojekt sein soll", so der Vorsitzende.

Bei der Genehmigungsbehörde in Schwandorf sieht man einer möglichen Klage gelassen entgegen. "Wir sind schon der Überzeugung, dass unsere Entscheidungen die Instanzen der Justiz aushalten", sagte Landratsamtssprecher Franz Pfeffer.
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