Künftiges Sortiment festgezurrt

Die aktuelle Fassung der Projektplanung für das "Pfalzgrafenzentrum" an der Amberger Straße. Unter anderem ist eine vorgesehene Baumarkt-Nutzung mittlerweile weggefallen, erhalten bleibt die Tankstelle. Anstelle des bisherigen Netto-Marktes soll sich ein Drogeriemarkt ansiedeln. Mit einem eindeutigen Beschluss hat sich der Neunburger Stadtrat auf die künftigen Sortimente und Verkaufsflächen festgelegt. Repro: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
23.01.2015
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Der Stadtrat hat sich festgelegt: Mit einer Gesamtverkaufsfläche von über 4600 Quadratmetern und einem Sortiment-Mix aus Lebensmitteln, Drogerieartikeln, Bekleidung, Schuhen und Schreibwaren kann das "Pfalzgrafenzentrum" auf dem Weg zum Baurecht weitermarschieren.

Eine satte Mehrheit von 15:4 Stimmen hievte die ergänzenden Beschlüsse für den künftigen Angebotsmix und die Verkaufsflächen über den Ratstisch. Bürgermeister Martin Birner hatte zuvor daran erinnert, dass am 30. April des Vorjahres (mit 13:5 Stimmen, Anm. d. Red.) entschieden worden war, am geplanten Standort des Fachmarktzentrums an der Amberger Straße einen Bebauungsplan "Sondergebiet Einzelhandel" aufzustellen.

Bisher vergebliche Mühen

Inhalte seien damals noch nicht festgelegt worden, auch im Hinblick auf die Fortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Der zugehörige Einzelhandelsteil war am 31. Juli verabschiedet worden und sah eigentlich vor, dass Ansiedlungen in den zentralen Versorgungsbereich in Alt- und Vorstadt gelenkt werden sollten, um für Belebung in der Innenstadt zu sorgen. Doch sämtliche Bemühungen der Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten und auch schon davor seien ergebnislos geblieben: "Solche Filialisten, wie sie im Fachmarktzentrum geplant sind, lassen sich für die kleinteilig strukturierte Altstadt nicht gewinnen", so Birners Fazit.

Stattdessen seien viele Interessenten wegen des strikten Festhaltens an der Innenbelebung abgesprungen und hätten sich in anderen Orten angesiedelt. Um diesen Negativtrend zu stoppen, sollen die strengen Vorgaben gelockert werden. Zwar bleibe die Altstadt-Belebung "oberstes Ziel unsere städtischen Handelns", doch nicht mehr vorwiegend auf den Einzelhandel ausgerichtet. Dafür soll der Fokus auf Dienstleistung, Gastronomie, Freizeit und Tourismus, Kunst und Kultur und kleinteiligen Fachhandel gelegt werden - "wir sehen darin eine deutlich realistischere Möglichkeit der Belebung". Zumal der Bürgermeister annimmt, dass die zusätzliche Kundenfrequenz im Fachmarktzentrum auch Leute in die Kernstadt locken wird.

Kaufkraft zurückholen

Birner listete die geplanten Sortimente und vorgesehenen Verkaufsflächen auf (siehe Infokasten). Er gab zu verstehen, dass für den 700 Quadratmeter umfassenden Drogeriemarkt ein Zielabweichungsverfahren erforderlich werden kann, dessen Ausgang noch offen ist. Dazu stehe die Stadt mit Bezirksregierung und Wirtschaftsministerium in Kontakt.

Mit dem geplanten Besatz könne das Pfalzgrafenzentrum verlorene Kaufkraft zurückholen und neue gewinnen, es gelte eine attraktive Einkaufsstadt zu bleiben. Es spreche für Neunburg, wenn sich Einzelhandelsketten wie Deichmann oder Takko für die Stadt entscheiden. Birner begrüßte es, dass das Fachmarktkonzept die örtlichen Bedürfnisse der Bürger, aber auch bereits vorhandener Geschäfte soweit möglich berücksichtigt. So habe sich der Schuh-Discounter Deichmann für ein Angebot entschieden, dass einerseits keine unmittelbare Konkurrenz schafft, aber bestehende Defizite abgedeckt. Auch die Bindung der Filialisten an Kernöffnungszeiten könnte Neunburg als Einkaufsstadt voranbringen.

Nach ausführlicher Debatte (weiterer Bericht auf der Seite) hoben sich nach weit über einer Stunde die Hände zur Abstimmung. Für die ergänzenden Beschlüsse und die Fortführung der Bauleitplanung votierte die komplette SPD-Fraktion sowie jeweils ein Großteil aus den Fraktionen von CSU und Freien Wählern.
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