Kunst-Erlebnis als Wegbegleiter

Spektakulärer Höhepunkt der Kunstherbst-Eröffnung: Mit speziellen visuellen Effekten und garniert mit einer genialen Lichtinstallation erlebten die begeisterten Zuschauer beim "Frankbräu" tänzerische Impressionen der besonderen Art. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
20.09.2015
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Straßentheater und Tanz waren die Höhepunkte bei der Eröffnung der Kunstausstellung "Ahoj 15". Der Kunstverein "Unverdorben" hat bei der Vernissage der Kunstprozession einen glanzvollen Meilenstein in der Vereinsgeschichte gesetzt.

"Ahoj" bedeutet im Tschechischen "Hallo". "Freunde und Bekannte begrüßen sich so", merkte Beate Seifert, Vorsitzende des Kunstvereins, bei der Begrüßung der etwa 100 Gäste im Foyer der Schwarzachtalhalle an. "Ahoj" ist aber auch ein Signalwort bei den Seeleuten. Schließlich ist "Ahoj" auch der Name für ein Brausepulver, das ein prickelndes Gefühl im Mund auslöst, führte sie weiter aus. Diese drei Assoziationen zu "Ahoj" treffen auch auf den Kunstverein zu: Er setze ein Signal zum Neunburger Kunstherbst, die Resonanz auf die Ausstellung erzeuge ein aufgeregtes Prickeln und mit "Ahoj" seien alle Gäste begrüßt. Sie dankte allen Organisatoren und besonders den "Street-Galeristen", die ihre Schaufenster als Ausstellungsraum zur Verfügung stellen.

Als Kulturort geeignet

Hans Eibauer, Leiter des Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee, hob einige Gedanken zu dem Dachprojekt "Treffpunkte-Kulturorte", einem bayerisch-böhmischen Begleitprogramm zu "Pilsen 2015" hervor, an dem der Kunstverein beteiligt ist, und das die Performance mit Tanz und Theater ermöglicht hat. "Durch das Projekt bekommt das Programm des Kunstherbstes auch tschechische Elemente", betonte er. Neunburg eigne sich hervorragend als "Kulturort", allein schon wegen des Kunstvereins.

Nach einem Harfenspiel von Jiri Vysata wurden die Künstler vorgestellt, deren Werke teils in der Schwarzachtalhalle und teils in den Geschäften der Alt- und Vorstadt ausgestellt sind. Peter Wunder oblag es, die Lebensgeschichte von Emmy Klinker vorzutragen, die eine Cousine seiner Mutter war und deren Werke sich zum Teil in Familienbesitz befinden. Beate Seifert referierte über den Werdegang des jungen Neunburger Künstlers Anton Alesik, während Renata Heimerl die tschechische Künstlergruppe "ArtVrch" begrüßte.

Nico Zankl und Kilian Köppl von der Mittelschule präsentierten die Werke zu dem Kernthema "Abstrakte Kunst und der Vergleich zur realistischen Kunst", die im Kunstunterricht mit Lehrerin Luzia Schmid geschaffen wurden. Die Vorstellung des Theatervereins "Klenba", der Tanzakademie Helene Krippner aus Regensburg und der "Ateliery Fara Úboc" wurde von Kulturreferent Karl Stumpfi übernommen.

Mit einer Tanzperformance wurde die Kunstprozession anschließend in Gang gesetzt. Erster Höhepunkt war das pantomimische Straßentheater der Pilsener Gruppe "Klenba" am Rathaus-Torbogen, die die Entwicklung an der deutsch-tschechischen Grenze über die Jahrhunderte hinweg darstellte und schließlich zu den Klängen der Europa-Hymne den Schlagbaum abbaute. Einen Sektempfang gab es in den Arkaden, bevor es bei der ehemaligen Frank-Brauerei mit der Tanzakademie Krippner unter der Leitung von Eva Eger, dem Ovi-Kindertheater und der "Dance Worxxx company" weiterging. Mit speziellen visuellen Effekten und genialer Lichtinstallation erlebten die begeisterten Zuschauer tänzerische Impressionen der besonderen Art. Nach weiteren Bildbetrachtungen fand die Kunstprozession im Kunstquartier Im Berg ihr Ende.

Begeisterte Resonanz

Kommentare wie "Einmalig" und "Der Kunstverein hat sich selber übertroffen" spiegelten das hohe Niveau der gut dreistündigen Veranstaltung wider. Bis 18. Oktober besteht nun die Gelegenheit, die 60 Exponate in 20 Kunststationen quer durch die Alt- und Vorstadt rund um die Uhr als Straßengalerie zu besichtigen.

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Fotos von Udo Weiß.

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