Kunst und Lyrik auf Stein gebaut

Für die Ausstellung "Schiefer-Granit-Kalk" rührten (von links) Karl Stumpfi, Renata Haimerl (beide Kunstverein), Josef Schönhammer (Akademie), Beate Seifert (Kunstverein), Autor Friedrich Brandl, Peter Wunder (Kunstverein) und Jonas Keilhammer (Akademie) die Werbetrommel. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
11.08.2015
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Auf Schiefertafeln geritzte Gedichte, filigrane Siegel aus Gestein, stimmungsvolle Fotos von Granitformationen: Mit der Ausstellung "Schiefer-Granit-Kalk" bereichert der Kunstverein "Unverdorben" das Programm zum Altstadtfest.

Bei einem Pressegespräch im Kunstquartier rührten die Vorsitzenden Beate Seifert und Renata Heimerl die Werbetrommel für diese "Begegnung 15". Als Mitveranstalter sitzt erneut die Akademie für Natur und Industriekultur Ostbayern-Böhmen mit im "Kunst-Boot" - angesichts ihres Jahresthemas "Stein" war die Ausstellung eine regelrechte Steilvorlage: "Wir wollen uns nicht nur mit der Geologie, sondern auch mit dem künstlerischen Aspekt auseinandersetzen", erklärte zweiter Vorsitzender Josef Schönhammer.

Einer der Hauptakteure der Ausstellung ist der Amberger Autor Friedrich Brandl. "In meinen Gedichten hab' ich mich schon immer mit Steinen beschäftigt", verriet der Oberpfälzer Kulturpreisträger 2013. Sein literarischer Gesteins-Zyklus mit den drei Gedichtbänden "schiefer", "granit" und "kalk" gab der Präsentation in gewisser Weise ihren Namen. Beim Kunstverein wird Brandl sein Werk mit Lesungen vorstellen. "Es hat mir viel Spaß gemacht, mich mit den Steinen aus Bayern zu beschäftigen", blickte er auf seine Arbeit zurück. Sein Schwiegersohn, der Grafiker und Fotograf Jean-Christophe Meillan, hat Brandls Texte mit verschiedenen Fotografien, Zeichnungen und Grafiken illustriert.

Bildhauerei, Zeichnung und Grafik vereinen sich im Werk des jungen tschechischen Künstlers Marek Skubal (Jahrgang 1986), den Renata Haimerl eingehender vorstellte. Nach dem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Prag, erwarb er an der Kunstuniversität in Taipeh (Taiwan) Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fertigung von Bildsteinsiegeln. Diese traditionelle asiatische Kunstdisziplin ist Hunderte von Jahren alt. Allerdings ahmt Skubal das asiatische Vorbild nicht nach, sondern geht eigene Wege: "Die östliche Handwerkstradition trifft bei ihm auf das Denken eines westlichen, zeitgenössischen Künstlers", so Haimerl.

Ebenfalls aus dem Werkstoff Stein sind die Plastiken von Vasilij Plotnikov. Der freischaffende Bildhauer lebt im benachbarten Schwarzhofen und hat sich in der regionalen Kunstszene längst einen gewissen Bekanntheitsgrad erworben. Plotnikov wuchs im russischen Sotschi auf, seit 2008 betreibt er gemeinsam mit der Keramikerin Veronika Riedl die Galerie "VKUS". Bereits 2010 hatte er seine Werke erstmals beim Kunstverein präsentiert.

Zusätzlich zur Ausstellung öffnet der Kunstverein am Altstadtfest-Wochenende wieder seinen Weinhof Im Berg. Im Kunstquartier erfreuen edler Rebensaft, Zwiebelkuchen und Käsehäppchen den Gaumen der Gäste, an beiden Tagen gibt es Live-Musik von "Jürgen Zach & Freunde".

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kunstverein-unverdorben.de
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