Landwirtschaftliche Betriebe erst ab 100 Top-Kühen rentabel - Oberpfälzer Erzeuger loten ...
Milchvieh unter Leistungsdruck

Der Milch wollen alle gerne eine gute Zukunft einräumen: Organisator Johann Bollwein (rechts), Bürgermeister Martin Birner (Zweiter von rechts), die Referenten Dr. Theo Göbbel, Anna Miller, Heinrich Schmidt und Dr. Karin Jürgens, Vertreter der Landwirtschaftsämter und Landrat Thomas Ebeling (Zweiter von links). Bild: pko
Lokales
Neunburg vorm Wald
06.11.2014
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250 Landwirte waren angemeldet, gekommen sind über 300 Milcherzeuger aus der ganzen Oberpfalz: Der Oberpfälzer Milchviehtag gestattete den Landwirten einen Blick auf den Weltmarkt und damit auch auf die Konsequenzen für die eigenen Produktion.

"Milchmarkt ohne Quote, Chancen und Risiken für den Milcherzeuger", war der Milchviehtag überschrieben, der zum zweiten Mal in der Schwarzachtalhalle in Neunburg stattfand. Einige Endprodukte, leckeres Joghurt und würziger Käse, der 5300 Oberpfälzer Milchviehhalter konnten im Foyer der Halle probiert werden. Momentan produzieren 172 000 Kühe etwa 1,1 Millionen Tonnen Milch. Die Anzahl der Kühe hat in den vergangenen Jahren um etwa 15 000 abgenommen. Trotzdem ist die Milcherzeugung in diesem Zeitraum um etwa 50 000 Tonnen gestiegen. Der Grund: eine höhere Milchleistung der Tiere.

Komfort im Stall

Das Futter für die Tiere stammt überwiegend von den eigenen Flächen. 2014 haben Oberpfälzer Landwirte in 200 neue Milchvieh-Laufställe mit viel Komfort investiert, soweit die aktuelle Statistik auf dem Sektor Milchviehhaltung. "Nichts tun bringt nichts", rüttelte der erste Referent, Dr. Theo Göbbl, seine Zuhörer wach. Der ausgewiesene Kenner der Milchwirtschaft in seinem Bundesland Nordrhein-Westfalen gilt als Experte für den globalen Milchmarkt. Für Zukunftsbetriebe seien eine wirtschaftlich hohe Milchleistung und gleichzeitig viele Kühe notwendig. "Wer in Größe und Leistung investiert, hat Vorteile", war der Angestellte der Landwirtschaftskammer sicher. 100 Kühe seien für ihn keine Massentierhaltung, und nur ab dieser Größenordnung lohne sich künftig die Milcherzeugung. Heinrich Schmidt vom Deutschen Raiffeisenverband nahm Molkereigenossenschaften im globalen Wettbewerb unter die Lupe. Er teilte die Meinung von Dr. Göbbel, dass die Milcherzeuger aus globaler Sicht eine Zukunft haben.

Optimum für 29 Cent

"Die wirtschaftliche Lage der Milchviehbetriebe in der BRD" war das Thema von Dr. Karin Jürgens, die im Auftrag der Milcherzeugergemeinschaft "Milch Board" ein Gutachten zur Berechnung der aktuellen Kosten bei der Milcherzeugung erstellt und den Milch-Marker-Index entwickelt hat. Laut Dr. Göbbel kann ein Betrieb mit 9000 Kilogramm Leistung und 240 Kühen bei optimalen Gegebenheiten Milch für 29 Cent pro Kilogramm produzieren. Zum Abschluss steuerte Anna Miller ihr Fachwissen und einen reichen Erfahrungsschatz als Landwirtin bei. Sie erläuterte, was gute Betriebe besser machen.

Landrat Thomas Ebeling und der Neunburger Bürgermeister Martin Birner brachten vor den Landwirten ihre Wertschätzung für die Menschen zum Ausdruck, die das "wertvolle Lebensmittel Milch" produzieren und unbezahlbare Dienste für die Landschaft sowie in Ehrenämtern leisten.
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