Leitstelle rüstet für die Zukunft

Die Arbeiten am Erweiterungstrakt der Netzleitstelle sind bereits weit fortgeschritten, derzeit werden im Inneren des Gebäudes die Elektroleitungen verlegt. Wolfgang Tauber (rechts), Leiter Netzführung beim Bayernwerk, erläutert Pressesprecher Reiner Kolloch das Projekt. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.10.2015
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Das Bayernwerk schafft mehr Platz für seine Netzleitstelle: Bis zum Jahresende soll der Erweiterungstrakt am Bärnhof bezugsfertig sein. Während der Anbau rund eine Million Euro kosten wird, steckt das Unternehmen zusätzliches Geld in neue Systemtechnik.

"Die Bauarbeiten haben planmäßig am 1. Juli begonnen", berichtet Wolfgang Tauber, Leiter Netzführung beim Bayernwerk, gegenüber dem NT. Bisher liege das Projekt im Zeitplan, vorgesehen ist, dass die neuen Räumlichkeiten zum Ende des Jahres zur Nutzung bereit sind - "auch wenn bis dahin wohl noch nicht jeder Schreibtisch stehen wird".

Elektroarbeiten im Blick

Wie Tauber berichtet, wird im Anbau derzeit die Elektroinstallation verlegt, nächster Schritt ist die Anbindung des neuen Trakts an den alten Gebäudeteil. Im Anschluss werden die Heizungsbauer anrücken, der Einbau von Trennwänden zwischen den einzelnen Räumen schließt sich an. Zusätzlich sind im alten Gebäude Umbauarbeiten an der Klima- und Lüftungstechnik geplant.

Bauherr des Erweiterungstrakts ist die Stadtwerke Freizeit GmbH. Sie ist Vermieterin des Leitstellengebäudes und lässt den Anbau im Auftrag der Bayernwerke errichten. "Die Stadtwerke bauen sozusagen nach unseren Wünschen", formuliert es Leitstellenchef Tauber. Mit dem Projekt einher geht die Verlängerung des Mietvertrags: Dieser läuft zum Jahresende aus, eine Verlängerung um weitere zehn Jahre sei aber bereits ausgemacht. Lediglich kleinere Details seien vor Unterzeichnung noch zu klären, lässt Wolfgang Tauber durchblicken.

Das Raumkonzept des Erweiterungsbau sieht neben vier Büros, in denen acht Mitarbeiter Platz finden sollen, auch einen größeren Besprechungsraum für bis zu 50 Personen vor. Insgesamt wird der eingeschossige Neubau auf einer Fläche von 19 mal 11 Metern errichtet, die bauliche Erweiterung lassen sich die Bayernwerke rund eine Million Euro kosten. Für die Planung zeichnete das Neunburger Architekturbüro Steidl verantwortlich, mit den Arbeiten seien überwiegend regionale Firmen beauftragt worden.

Parallel zum Anbau, fährt das Bayernwerk auch ein Update bei der Leitstellentechnik. Mit neuer Hardware und einem überarbeiteten System kann künftig sowohl von der Leitstelle in Neunburg (zuständig für die Steuerung des Mittelspannungs- und Gasnetzes) als auch von der Leitstelle in Dachau (Hochspannungsnetz) auf das gesamte Prozess-Netzwerk zugegriffen werden. "Wir sichern uns damit quasi doppelt ab", beschreibt es Wolfgang Tauber; das komplette Netz könne dann von beiden Standorten aus abgerufen, überwacht und gesteuert werden. Laut Tauber ist dafür ein Budget von circa vier Millionen Euro vorgesehen - auf Neunburg entfällt hier in etwa die Hälfte des Aufwands.

Leitsystem aus einem Guss

Im Eon-Konzern, zu dem das Bayernwerk als Tochter gehört, läuft diese Projekt unter dem Namen "eBase". Dabei erneuern auch weitere Stromversorger wie Avacon, HanseWerk und Edis ihre Leitsysteme. "Ziel ist es, den Betrieb im Eon-Netz mit einem einheitlichen System zu regeln", erklärt Wolfgang Tauber. Unter anderem müssten so gesetzliche Richtlinien nur einmal umgesetzt werden, außerdem werde ein einheitliches Arbeiten möglich.
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