Lokalbahn ein Denkmal gesetzt

Bürgermeister Martin Birner, Heimatpfleger Theo Männer, Steinmetz Franz Birner, Stifter Johannes Wiemann, Künstler Robert Weber (von rechts) sowie weitere an der Herstellung beteiligte Personen, enthüllten feierlich das Bronzedenkmal mit dem Titel "Ostbahnhof mit Zug". Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
28.09.2015
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1915 wurde die Bahnlinie nach Rötz verlängert und der Ostbahnhof eröffnet. Genau 100 Jahre später wird ein Denkmal aus Bronze mit dem Titel "Ostbahnhof mit Zug" enthüllt, das Neunburgs vergangene Eisenbahn-Geschichte in Erinnerung halten soll.

Zur Enthüllung und feierlichen Einweihung des einzigartigen Denkmals, das auf der alten Trasse des Schienenstrangs zwischen dem früheren Wartehäuschen und der Schwarzachtalhalle steht, begrüßte Bürgermeister Martin Birner eine Reihe von Ehrengästen, allen voran den großzügigen Stifter und Eisenbahnliebhaber Johannes Wiemann. Auch viele Stadträte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Vereinsvertreter und natürlich Architekt Siegi Wild, Künstler Robert Weber, Steinmetzmeister Franz Birner, Anton Steininger und Johann Gugg als Vertreter der ausführenden Firmen erhielten von Bürgermeister Birner zu diesem Festakt einen Willkommensgruß.

"Kein besserer Standort"

"Wir nehmen das Geschenk mit strahlenden Augen und großer Dankbarkeit gerne an", betonte er. Es könne keinen besseren Standort für das Denkmal geben, als genau auf der ehemaligen Bahntrasse, ist sich das Stadtoberhaupt sicher. Unter Applaus bedankte er sich bei Johannes Wiemann mit den Worten: "Herzlichen Dank für das einzigartige Denkmal, für die Unterstützung unseres Museums und für die starke Verbundenheit zu unserer Stadt."

Ein Stück Eisenbahngeschichte sei hier durch das Denkmal lebendig und anschaulich dargestellt: In einer geschäftigen Alltagsszene am früheren Ostbahnhof stehen wartende Reisende in Gruppen beieinander, eine Lok mit Postwagen und zwei Lokalbahn-Waggons stehen zur Abfahrt bereit, der Lokführer schaut vom Führerstand herab. In der authentischen Szene mit vielen Details sind auch die beiden Torweiher angedeutet. "Dieses Denkmal vermittelt auch viel über unsere Industrie- und Kulturgeschichte", so Birner. "Als großer Eisenbahnfan haben Sie hier Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, aber auch die finanziellen Mittel eingebracht für die Geschichte unserer Heimat", dankte er. Danach segneten Pfarrer Stefan Wagner und Pfarrer Joachim Kendzia das Denkmal. Die Stadtkapelle unter der Leitung von Anton Lottner begleitete die Feierstunde.

Johannes Wiemann freute sich, mit Fritz Zisler den letzten Vertreter, der auf der Bahntrasse Dienst getan hat, zu begrüßen. Für seine Beweggründe zur Errichtung dieses Denkmals in Neunburg nannte er drei Gründe: So sei die Eisenbahn schon immer sein Hobby gewesen. Seine Mutter, eine Kölnerin, habe ihn zwar davon abbringen wollen, indem sie sagte: "Ach Jung, der Dreck, der Lärm, der Ruß, gibt es nichts anderes?", jedoch ohne Erfolg. Zum anderen sei er viele Jahre als Realschullehrer in Neunburg tätig und so mit Theo Männer und der Geschichte des Ortes verbunden gewesen.

An "Bahnerer" erinnern

Als dritten Grund nannte er das Fehlen eines Hinweises auf die frühere Eisenbahnstrecke. Bereits 1996 hatte Johannes Wiemann ihr mit seinem Buch über die Bahntrasse von Bodenwöhr über Neunburg nach Rötz ein literarisches Denkmal gesetzt, 2012 spendierte er dem Schwarzachtaler Heimatmuseum ein Diorama des Ostbahnhofs. Nicht zuletzt wollte Wiemann auch einen Beitrag zur touristischen Aufwertung Neunburgs leisten und an jene Menschen erinnern, die bei der Eisenbahn Dienst getan haben.
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