Millionen für Raum und Technik

Das bisherige Gebäude der Netzleitstelle am Bärnhof wird sein Gesicht verändern. Die Planzeichnung des Architekturbüros Steidl (Neunburg) zeigt im Vordergrund den futuristisch wirkenden Erweiterungstrakt und dahinter den Altbestand des Gebäudes. Repro: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
07.05.2015
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Maximilian Zängl, Pressesprecher der Bayernwerk AG: "Die Anforderungen an die Leitstelle sind stetig gewachsen. Weil es im Geschäftsbetrieb vor Ort häufig eng wird, brauchen wir schlichtweg mehr Platz."

Bei der Überwachung seines Stromnetzes setzt das Bayernwerk weiter auf den Standort Neunburg. Für die geplante Erweiterung der Netzleitstelle am Bärnhof nimmt das Unternehmen viel Geld in die Hand. Auslöser für die Investitionen ist die Energiewende.

Ende April hat der städtische Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss dem Projekt grünes Licht gegeben. Die Stadtwerke Freizeit GmbH als Vermieter des Leitstellengebäudes, das einst das Besucherzentrum der Solar-Wasserstoff-Anlage beherbergte, werden den Anbau im Auftrag der Bayernwerke errichten. Mit den Planungen ist das Neunburger Architekturbüro Steidl beauftragt worden.

Neue Herausforderungen

Gegenüber dem NT erläutert Maximilian Zängl, Pressesprecher der Bayernwerk AG, die Gründe für das Vorhaben. So seien die Anforderungen an die Mittelspannungsleitstelle (offizielle Inbetriebnahme am 27. September 2007) in den vergangenen Jahren mehr und mehr gewachsen. Sehr häufig gehe es sehr eng im Geschäftsbetrieb zu - "wir brauchen schlichtweg mehr Platz", verdeutlicht Zängl. Vor allem die Energiewende stelle neue Anforderungen an den Netzbetrieb. Unter anderem erfordern alternative Energieformen, insbesondere die Photovoltaik, einen erhöhten Bedarf an Netzberechnungen durch die Leitstelle - "gerade die gestalten sich sehr aufwendig", weiß Zängl.

Um die Herausforderungen zu stemmen, plant das Bayernwerk "punktuelle Verstärkungen" in der Betriebsmannschaft. Die Rede ist von einzelnen Mitarbeitern für neue Aufgaben. "Wir brauchen daher neue Büroräume und einen größeren Besprechungsraum." Aktuell seien 42 Leute in Neunburg beschäftigt, im Wesentlichen Elektromeister und Ingenieure.

Bis Jahresende bezugsfertig

Laut Pressesprecher Zängl wird das Bayernwerk in die bauliche Erweiterung rund eine Million Euro investieren. Mit den Arbeiten soll so schnell wie möglich losgelegt werden. "Wir bereiten jetzt die Ausschreibung vor und hoffen, noch in der ersten Jahreshälfte mit dem Bau beginnen zu können." Bis zum Jahresende sollen die neuen Räumlichkeiten bezugsfertig sein.

Mit dem Projekt wird sich das Bayernwerk auch langfristig an den Standort Neunburg binden. In der Sitzung des Bauausschusses (NT berichtete) war von einer Verlängerung des bestehenden Mietvertrages die Rede. Das bestätigte Bayernwerk-Sprecher Zängl: Für den neuen Vertrag sei eine Laufzeit von zehn Jahren festgelegt. Ebenso hieß es im Ausschuss, dass bis Mitte 2017 die komplette Systemtechnik der Leitstelle erneuert werden soll. Hier schränkte Zängl allerdings ein: "Die Optimierung unserer Netzleitstellentechnik ist ein permanenter Prozess." Beide Netzleitstellen - neben Neunburg ist in Bayern eine weitere in Dachau angesiedelt - würden immer auf dem neuestem Stand gehalten. Allerdings stelle eine anstehende "grundsätzliche Erneuerung der Technik für beide Leitstellen" einen größeren Entwicklungsschritt dar. In Dachau und Neunburg sollen dabei Investitionen von rund drei Millionen Euro fließen.

Wie Maximilian Zängl weiter mitteilt, wird in Neunburg zentral das rund 45 000 Kilometer lange Mittelspannungsnetz des Bayernwerks überwacht. In Dachau wird das Hochspannungsnetz gesteuert, das rund 9000 Kilometer umfasst.
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