Minister-Lob für Hussitenstädte

Beim "Taborer Treffen" vertraten (von links) Rosmarie und Hans-Werner Habel, Horst und Sieglinde Palmer, "Hussitenbeauftragter" Wolfgang Bayerl, Johann Vetter, Rita Bayerl und Marianne Vetter die Neunburger Farben. Bild: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
04.11.2014
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Finale im "hussitischen Jahr": Beim Festival "Taborer Treffen" erfuhr die Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte und Tradition hohe Anerkennung. Der tschechische Kulturminister Daniel Herman würdigte ihren Beitrag für ein gemeinsames Europa.

Das dreitägige Festival "Taborer Treffen" markierte einen weiteren Höhepunkt im "Hussitenjahr". Angeführt von Altbürgermeister Wolfgang Bayerl, Beauftragter für die Hussitenstädte, vertrat eine Delegation des Festspielvereins die Neunburger Farben bei diesem Mittelalterspektakel.

30 Jahre Partnerschaft

Der Freitag startete bei einem Empfang mit dem "Feierlichen Trinkspruch" des Oberbürgermeisters Jirí Fiser. Dabei kam der Neunburger Altbürgermeister ins Gespräch mit dem tschechischen Kulturminister Daniel Herman. Dieser lobte die umfangreichen Aktivitäten der Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte und Tradition. Danach eröffneten die vier Taborer Bürgermeister auf dem Jan-Žižka-Platz das Festival, dass heuer in die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Städtepartnerstadt mit Konstanz eingebettet war.

Dazu intonierte der Taborer Tenor Jan Vacík unter anderem den hussitischen Choral aus dem Zyklus "Ma Vlast" von Bedrich Smetana. Dies bildete die Überleitung zur Ankunft des Fackelzugs mit rund 400 gerüsteten Kämpfern aus nah und fern, und der Eröffnung des hussitischen Festes durch Jan Žižka, den legendären Heerführer, der in Tabor eine außerordentlich große Rolle spielt. Plätze, Straßen und Ortsteile sind nach ihm benannt und kein hussitisches Fest findet ohne ihn satt. Den Höhepunkt des Abends bildete ein Prachtfeuerwerk mit musikalischer Begleitung, bei dem auch der 30. Jahrestag der Städtepartnerschaft zwischen Tabor und Konstanz in feuriger Form dargestellt wurde.

Auch der Samstagvormittag stand im Zeichen dieses Jubiläum. Auf der großen Bühne wechselten sich Konstanzer Fanfaren- und Musikzüge mit Mittelaltermusik aus Tabor ab, außerdem erklang südböhmische Blasmusik von Taborer Musikanten. Weitere attraktive Angebote hielten der "Altböhmische Jahrmarkt" am Husplatz und der "Mittelalterliche Handwerkermarkt" am Tržní-Platz bereit. Der große historische Festzug bildete einen weiteren Höhepunkt, der am Nachmittag trotz Regen von einer großen Menge bejubelt wurde.

Neunburg geht voran

Die Neunburger Vertretung führte den "Deutschen Block" an, in dem sich neben Naumburg und Konstanz auch eine beachtliche Kostümgruppe aus Landshut beteiligte. Der weitere Verlauf des Tages stand ganz im Zeichen von Ritter-Reitturnieren, des "Hussitischen Dreikampfs" und der Vorführungen der Taborer Fechtschule. Nach der Siegerehrung wurden die Gäste in den Räumen der "Alten Mühle" bewirtet, dabei sorgten pfiffige Hussiten, furchtlose Kreuzritter, Musikanten, Gaukler, attraktive Tänzerinnen und Fakire für Unterhaltung und Kurzweil. Bein "Tag der offenen Tür" am Sonntag fanden Führungen zu den Taborer Sehenswürdigkeiten wie der Dekanatskirche am Berg Tabor, dem Augustinerkloster, dem alten Wasserturm und dem unterirdischen Gängesystem statt. Hochinteressant gestaltete sich auch ein "Spaziergang auf den Spuren von Jan Žižka" mit dem Historiker Zdenek Vybíral.

Diese drei "Hussitentage" bildeten sicher nicht nur für die Neunburger Abordnung einen weiteren Meilenstein im Zusammenwachsen der Völker. Das "Taborer Treffen" stand ganz im Sinne des Mottos der "Hussitenvereinigung", nämlich einen Beitrag zu leisten zur Völkerverständigung für eine friedliche Zukunft in Europa.
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