Missionar auf dem Bischofsstuhl

Das Buch über Bischof Josef Weigl präsentierten Verfasser und Stadtvertreter im Rathaus: (von links) Kaplan Pater James Philip, Autor Pater Josef Höcherl, Bruder Konrad Bauer, Stadtarchivarin Christa Scheitinger, Heimatpfleger Theo Männer, Weigls Großnichte Elfriede Ebertram und Bürgermeister Martin Birner. Bild: agr
Lokales
Neunburg vorm Wald
10.12.2014
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"Bischof Josef Weigl war ein dynamischer, engagierter Mann mit einem großen Herzen." Über den gebürtigen Neunburger (1913 bis '85) hat Pater Josef Höcherl ein Buch verfasst.

Wie Höcherl, der wie einst Bischof Weigl dem Orden der Herz-Jesu-Missionare angehört, bei der Präsentation seiner Schrift im Rathaus betonte, habe er ein Jahr in verschiedenen Archiven recherchiert. "Ich wollte darin den Bischof zu Wort kommen lassen", schilderte er seine Intention.

Als Missionar in Neuguinea

Josef Weigl kam am 16. Mai 1913 in Neunburg zur Welt. Nach dem Studium trat er 1931 in die Missionsgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare ein, 1937 wurde er zum Priester geweiht. Später war der Geistliche 15 Jahre als Missionar in Neuguinea tätig. Während des Zweiten Weltkriegs überstand er eine zweijährige Internierung in japanischen Konzentrationslagern, erst 1953 besuchte er wieder seine Heimatstadt.

Am 11. November 1961 wurde der Missionspriester zum ersten Bischof der neu errichteten Diözese Bokungu-Ikela (Republik Kongo) geweiht. Zu seinem silbernen Priesterjubiläum, und um seine Verdienste um die Ausbreitung des katholischen Glaubens in Neuguinea und im Kongo zu würdigen, verlieh ihm seine Geburts- und Heimatstadt am 11. Juli 1962 die Ehrenbürgerwürde. Am 3. Februar 1985 starb Weigl in Immenstadt nach einem arbeitsreichen Vormittag.

Christa Scheitinger, Leiterin des Stadtarchivs, erinnerte sich daran, dass der Bischof ein neugieriger Mensch war und mit den damaligen Kindern Fußball spielte. Elfriede Ebertram, Weigls Großnichte, wusste, dass der Kirchenmann fast jede Woche einen Brief geschrieben hat. Die Familie habe ihm einmal sogar ein Gewehr geschickt.

Auflage von 300 Stück

Nach der Überreichung eines Exemplars des Buches "Bischof Weigl - Erster Bischof der Diözese Bokungu-Ikela" - an die Stadtvertreter, verständigten sich Verfasser Höcherl, Bürgermeister Martin Birner und Heimatpfleger Theo Männer darauf, die zusammengetragenen Erinnerungen mit Fotos auch den Neunburgern zugänglich zu machen. Gegen eine Spende von mindestens fünf Euro für das Missionswerk Herz Jesu ist das Buch (Auflage: 300 Exemplare) bei Haushaltswaren Klonner, im Eine-Welt-Laden, im Pfarrbüro, in der Buchhandlung am Tor und im Museum erhältlich.

Theo Männer kündigte noch an, dass Bischof Weigl im Schwarzachtaler Heimatmuseum ab 2015 in der Abteilung "Kirchen und Orden" gewürdigt werde. Der einstige Archivpfleger Anton Neckermann habe viel Material über den Kirchenmann gesammelt.
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