Mit Musik Gefühlswelt offenbart

Mit unzähligen Instrumenten verwöhnte das Duo "Schmidbauer & Kälberer" die Fans. Großes Aufsehen erregte Martin Kälberer (links) mit seinem einzigartigen Instrument, dem "Hang", dem er rhythmische und sphärische Klänge entlockte. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.02.2015
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Beifall für ein musikalisches Dream-Team: Der aus Funk und Fernsehen bekannte Liedermacher Werner Schmidbauer und sein kongenialer Partner Martin Kälberer, ein Tausendsassa auf unzähligen Instrumenten, begeisterten mit ihrem Programm "Wo bleibt die Musik?".

Die Inspiration dazu fanden die beiden in der türkischen Metropole Istanbul. Ausgelaugt und leer im Kopf kamen sie dort an, schließlich hatten sie erst ihre bayrisch-italienische Spritztour mit ihrem sizilianischen Seelenbruder Pippo Pollina mit 100 Konzerten in vier Ländern hinter sich.

Heimkehr "voller Musik"

"In Istanbul is' Musik dahoam", stellte Werner Schmidbauer in der Schwarzachtalhalle fest und so sei er "voller Musik" in das triste München heimgekommen. In dem Titelsong "Wo bleibt die Musik?" schilderte er die Erlebnisse seiner Reise, während er im Stück "Istanbul", eine Hymne an den Ort, das quirlige musikalische Leben in den Straßen und Plätzen darstellte. Die Musik zu diesem Stück stammt aus der Feder des Allrounders Martin Kälberer.

Die breite Palette der dargebotenen Lieder lässt sich auch als Biografie verstehen, die Schmidbauers bewegtes Leben aufzeigt. So beschreibt er in dem Lied "Bei dir" die Gefühle, die er nach der Geburt seiner jüngeren Tochter entwickelt hatte. "Lass uns feiern" ist nicht nur eine Liebeserklärung an seine Frau, sondern auch ein gefühlvoller Einblick in die Beziehung der beiden. Demut, Zweifel, Dankbarkeit, Momente, in denen er einfach weg musste, kommen darin vor, aber letztlich überwiegt das überwältigende Vertrauen zueinander. Ein "Gänsehaut-Song", der auch bei den Zuhörern unter die Haut ging. Mit dem vier Jahre alten Lied "Sie kumma aus dem Süden", das aktueller denn je ist, übte Schmidbauer Sozialkritik. Die "Chancen durch Flüchtlinge" sollten gesehen werden. Für diese abschließende Aussage "Wir können nur noch reicher werden durchs Teilen" gab es Sonderapplaus.

In dem Instrumentalstück "Hangxang" wurde das "Hang" vorgestellt, ein durch Martin Kälberer in Bayern bekannt gewordenes Instrument, das seinen Ursprung in der Schweiz hat. Als Höhepunkt folgte der Song "Mandela", den Schmidbauer, der in Bad Aibling lebt, dem von ihm bewunderten Freiheitskämpfer Nelson Mandela gewidmet hat. Das Lied ist teilweise in Suaheli geschrieben, einer Sprache, die er während seines einjährigen Aufenthalts in Kenia als 21-jähriger Student kennengelernt hatte. Es löst eine Kraft spendende, Mut machende Wirkung aus und verkörpert damit genau Mandelas Botschaft. "Aufgebn wird am Schluss", ein Lied für Männer in Schmidbauers Alter, hat die Probleme des Älterwerdens zum Inhalt. Der Refrain "Hey, i sog da, es is ned vorbei, do konn ma no was macha" soll Hoffnung geben, ebenso der Titel "Ois is guad".

Autogramme im Foyer

Das Publikum sang mit, klatschte und schnipste mit den Fingern und ließ sich von den Einblicken in die Gefühls- und Lebenswelt sehr beeindrucken. Nach zwei Zugaben bedankten sich die Fans mit stehendem Applaus und im Anschluss hatten sie im Foyer der Schwarzachtalhalle noch Gelegenheit, Autogramme zu bekommen und mit "Werner und Martin" Gespräche zu führen.
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