Mit Tiefbrunnen auf sicherer Seite

Nach wie vor sprudelt das kostbare Nass aus den Leitungen: Für den Zweckverband zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe ist der erhöhte Wasserverbrauch bislang noch kein Grund zum Schlucken. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
12.08.2015
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Der kostbare Nass wird aus einer Tiefe von bis zu 150 Metern heraufgepumpt, die Hochbehälter sind gut gefüllt. Beim Zweckverband zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe hat die Dürre- und Hitzeperiode bisher für keine kalten Füße gesorgt. "Alles in ruhigem Fahrwasser", meldet Vorsitzender Klaus Zeiser.

Auf rund 5000 Kubikmeter pro Tag ist der Wasserverbrauch im 225 Quadratkilometer großen Versorgungsgebiet des Zweckverbandes mittlerweile angestiegen, allein am Dienstag lag der Wert bei 5900 Kubikmetern. "Mengenmäßig ist das für uns kein Problem", erklärt Klaus Zeiser, Verbandsvorsitzender der Nord-Ost-Gruppe, gegenüber dem NT. Der hohe Verbrauch sei für diese Jahreszeit eigentlich normal.

Üblicherweise bewege sich der Verbrauch auf einem Niveau von 4300 bis 4500 Kubikmetern. "Wir merken es schon, wenn private Gartenbesitzer kein Wasser mehr in ihren Brunnen haben, und dann zum Gießen das Nord-Ost-Gruppen-Wasser verwenden", so Zeiser. Doch der Zweckverband sei schon mit weitaus höherem Verbrauch zurecht gekommen: "Im Sommer 2003 flossen pro Tag sogar über 6000 Kubikmeter aus unseren Leitungen."

Vier Brunnen in Betrieb

Dass die Trockenheit keine Auswirkungen auf die hiesige Wasserversorgung hat, hängt unter anderem mit den fünf Tiefbrunnen der Nord-Ost-Gruppe zusammen. Vier davon sind gerade in Betrieb, Brunnen 1 bei Erzhäuser wird aktuell saniert. Sie pumpen das Wasser aus einer Tiefe zwischen 70 und 150 Metern herauf. Hinzu kommt die hydrogeologische Beschaffenheit der Bodenwöhrer Senke als Wasserspeicher. Verschiedenen Schichten im Untergrund bilden dort ein schier unerschöpfliches Reservoir. Es füllt sich auf durch Niederschlagswasser, das in einem jahrzehntelangen Reinigungsprozess der Grundwasserneubildung verschiedene Schichten passiert.

Um stets einen Puffer an Wasser vorrätig zu halten, wird beim Zweckverband darauf geachtet, dass die insgesamt neun Hochbehälter immer weitgehend gut gefüllt sind. Sie können insgesamt eine Kapazität von 7300 Kubikmeter Wasser speichern. "Sobald sich das Wasser im Hochbehälter befindet, sind wir auf der sicheren Seite", verdeutlicht Zeiser. Um die Hochbehälter zu füllen, nutzt das Personal der Nord-Ost-Gruppe vor allem die Zeit über die Wochenende, wenn sich der unter der Woche hohe Wasserverbrauch in den Industriebetrieben reduziert. Für das Personal bedeutet das einen erheblichen Aufwand, gerade jetzt in der Urlaubs- und Ferienzeit.

Bei aller Vorratshaltung ist die Nord-Ost-Gruppe aber auch von funktionierenden Anlagen abhängig. "Technisch darf halt nichts passieren", erklärte der Verbandsvorsitzende. Sollte eine wichtige Pumpe ausfallen oder ein Rohrbruch in der Hauptleitung dem Zweckverband in die Parade fahren - "könnte es schon einmal eng werden". Mit dem in den Hochbehältern gespeichertes Wasser lasse sich ein heißer Tag aber locker überbrücken.

Im Winter erholen

Klaus Zeiser ist davon überzeugt, dass unter den gegebenen Voraussetzungen eine einjährige Trockenzeit eigentlich keine Auswirkungen auf die Versorgungsicherheit mit Trinkwasser haben dürfte. Die Wasserversorger bauen darauf, dass sich die Vorräte in der Bodenwöhrer Senke wieder "erholen", und denken deshalb schon an den nächsten Winter: "Jedes Jahr ein halber Meter Schnee in der Bodenwöhrer Senke, der dann wegtauen kann, ist die beste Sicherung fürs Grundwasservorkommen."
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