Mit Witz und Charme

Andi Blaimer (rechts) und die Raith-Schwestern Tanja und Susi (von rechts) begeisterten das Publikum in der Schwarzachtalhalle mit ihren rockigen und nachdenklichen Liedern. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
09.11.2014
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Mit ihren neuen Programm "I mogs bunt" zündeten die "Raith-Schwestern und da Blaimer" ein Feuerwerk an Witz, herzerfrischender Spontaneität und Natürlichkeit. Mit ihren herausragenden Stimmen sorgten Susi und Tanja für Gänsehaut-Feeling.

Mit einem spanischen Jodler nahm das Trio schnell Fahrt auf und riss das Publikum mit auf eine Reise durch alltägliche Vorkommnisse und den Wandel der Zeit. "Seid's ihr wirklich so wilde Weiwa?" Diese Frage werde Tanja und Susi Raith am häufigsten gestellt. Das führte zur Reflexion über das heutige Männerbild, die "Milchbubis". "Früher hatten die Männer lange Haare, waren tätowiert und rochen männlich, nicht nach Deo", stellte Tanja heraus und blickte auf Blaimer, ihren Ehemann.

"Alloa is' im Himml ned schee." Dieses Patentrezept des Raith-Opas für eine über 60-jährige Ehe wurde in einer Rockballade interpretiert. Ihre Erfahrungen mit Kindererziehung verdeutlichte Tanja durch einen Anruf bei der Mutter des Freundes ihres Sohnes. Diese antwortete, ihr Jean-Claude habe kein Zeitfenster mehr frei, er müsse zum Tennis, Rudern und Klavierunterricht. Nach der Nachhilfe müsse sie ihn "outsourcen". Dies veranlasste Tanja zu der Feststellung: "Wir hatten früher Eltern." Ihre Mutter habe sie höchstens zum "Erdepflklaubn" beim Nachbarn "outgesourct". In dem Lied "der gesunde Menschenverstand" ging es dann auch um überzogene Verhalten "moderner Eltern".

Zur Höchstform lief Andi Blaimer bei dem Song "Mei, bist du a Scheena" auf. Er tanzte, rockte und ließ seine langen Haare wallen. Beim "August-Frustsong" kam dem Publikum eine wichtige Rolle zu. Es musste den Refrain "Weiher heia" und "Scheiße schreia" lautstark singen. Auch hier ging "da Blaimer" voll aus sich heraus und erhielt dafür Superapplaus. Seine große Sorgen wurden in dem Lied "Mia juckt mei Fuaß" thematisiert, in dem er darstellte, wie fit er früher war. "Des is vorbei, vielleicht geht no Hirsebrei", war die traurige Konsequenz. "Wo willst denn hie mit deim ormselign Lebn?" sang das Trio über "Burnout" und "Depreschn".

Nach all dem Negativen folgte ein Friedensjodler als positives Lied. "I mogs bunt" sang dann auch das Publikum begeistert mit und bedankte sich mit viel Applaus für zwei Stunden Fröhlichkeit, Witz und Charme, gepaart mit hochkarätig dargebotenen rockigen Songs. Mit "Du und I", der "Ode an die Beständigkeit" als Zugabe, verabschiedete sich eine der beliebtesten Musikgruppen in Bayern. Unterstützt wurden die drei durch zwei exzellente Musiker, den Schlagzeuger Max Seelos, Sohn des Bandleaders Ambros Seelos, und Bassist Markus Schlesack, der schon mit Max Greger gespielt hat.
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