Nachsteuern für die Belebung

Lokales
Neunburg vorm Wald
04.03.2015
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Die Neunburger CSU verfolgt beim Thema Stadtentwicklung eine neue Leitlinie. Im neugefassten Strategiepapier rangiert die Altstadtbelebung zwar nach wie vor weit vorne, doch sprechen sich Ortsverband und Stadtratsfraktion nun auch deutlich für die Ansiedlung eines Einkaufszentrums aus.

Vor knapp vier Jahren hatte die Partei ein Sechs-Punkte-Papier für die künftige Stadtentwicklung verfasst, damals mit deutlichem Schwerpunkt auf den Ortskern. "Doch die Altstadt hat sich nicht ganz so entwickelt wie vorgesehen", erklärte Ortsvorsitzender Peter Wunder jetzt bei einem Pressegespräch. So seien erwartete Investitionen wie beispielsweise der Drogeriemarkt ausgeblieben. Auch eine nötige Erweiterung der Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, mache die Ergänzung der bisherigen Strategie nötig.

Strategie angepasst

Wunder verwahrte sich gegen die Kritik eines "Zick-Zack-Kurses" bei der Stadtentwicklung. Die neue Leitlinie wäre vielmehr ein "Nachsteuern" - die Sechs-Punkte-Erklärung sei an die aktuelle Lage angepasst worden. Nach Aussage von Klaus Zeiser, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, habe sich die gesamte CSU-Familie auf diese neue Marschroute verständigt. Fraktion, Vorstandsmitglieder und Bürgermeister gaben grünes Licht und legten damit den Handlungsrahmen für die nächsten Jahre fest.

Die verschiedenen Punkte von 2011 sind teilweise überarbeitet und dabei auch bisherige Initiativen und Maßnahmen berücksichtigt worden. Dokumentiert ist darin auch das erfolglose Bemühen um die Ansiedlung des Drogeriemarkts in der Hauptstraße. Im letztendlichen Fazit heißt es, dass sich "die CSU nun nicht mehr gegen die Ansiedlung eines Einkaufzentrums mit ergänzendem Warenwert stellt". Dies als Folge davon, das in der Altstadt "trotz vieler politischer Hilfen" kein zusätzlicher Einzelhandel angesiedelt werden konnte, obwohl Bedarf vor allem im Drogerie-Segment vorhanden sei. Unverändert gelten die ersten Absätze der Erklärung, wonach CSU-Ortsverband und die Fraktion in Fragen der Stadtentwicklung geschlossen hinter dem Bürgermeister stehen. Auch das Streben nach einer geordnet geplanten Stadtentwicklung bleibt festgeschrieben.

"Wir können uns keinen Stillstand über Jahre hinweg leisten", betonte Bürgermeister Martin Birner. "Das Umland macht es uns vor, wie es geht", verwies Stellvertreterin Margit Reichl auf laufende Drogeriemarkt-Projekte in Oberviechtach und Nittenau.

Verhandlungen laufen

Wie der Bürgermeister betonte, werde die Neunburger Altstadt nach wie vor im Blickpunkt bleiben, nur mit einer veränderten Strategie. Aktuell liefen Gespräche mit verschiedenen Investoren, in der nächsten Woche stehe ein Termin mit der Raiffeisenbank wegen eines möglichen Umzugs auf das Areal des ehemaligen Kinos im Kalender. Auch Verhandlungen mit weiteren Dienstleistern seien in Einzelfällen schon ziemlich weit gediehen.

"Wir wollen die Innenstadt nicht vor die Hunde gehen lassen", ergänzte Klaus Zeiser. Doch dürfe vor lauter Sorge um den Ortskern, die gesamtstädtische Entwicklung nicht außen vor bleiben.
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