Naturschutz im Stundenplan

Die Schüler der Berufsschul-Außenstelle waren bei verschiedenen Projekten im Einsatz für die Natur. Das Motiv zeigt den Arbeitseinsatz auf einer Feuchtfläche beim Neunburger Ortsteil Kleinwinklarn. Bild: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
30.10.2015
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Herbstzeit ist Landschaftspflegezeit. Dies gilt auch an der Außenstelle Neunburg des Beruflichen Schulzentrums Oskar-von-Miller Schwandorf. Und so prägten Balkenmäher und Handrechen den Unterricht.

"In den vergangenen Wochen waren die Auszubildenden zum Forstwirt und die Schüler des Berufsgrundschuljahres Fachrichtung Agrar sowohl im Unterricht als auch im Gelände mit dem Themenfeld ,Landschaftspflege' beschäftigt", erläuterte Günter Dirnberger, der Leiter der Außenstelle. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, bekamen die Schüler im Unterricht zunächst die theoretischen Grundlagen vermittelt. Danach machten sich die Klassen auf den Weg in die nähere und weitere Umgebung von Neunburg, um selbst Hand anzulegen.

Angehende Landwirte der zehnten Klasse pflegten eine Feuchtfläche bei Kleinwinklarn, die durch eine fehlende Mahd ihre ökologische Funktion als Pufferfläche und Lebensraum für selten gewordene Tiere und Pflanzen verlieren würde. Mit Balkenmäher, Freischneider und Handrechen war die etwa ein Tagwerk große Fläche mit Unterstützung der betreuenden Landwirtschaftsmeister dann auch schnell bearbeitet.

An vielen Orten im Einsatz

Drei Klassen der zwölften Jahrgangsstufe mit Auszubildenden zum Forstwirt aus ganz Bayern bewältigten auf ihren Pflegeflächen mit den Lehrkräften Armin Wild, Leonhard Riedmeier und Tino Gmach sowie begleitenden Forstwirtschaftsmeistern ein großes Pensum. So wurde am Naturdenkmal "Druidenstein" bei Kröblitz der seit dem Vorjahr aufgekommene Jungwuchs entfernt, um den freien Blick auf die historische Kultstätte zu gewährleisten. Weiterhin schnitten die Schüler im Naturschutzgebiet "Pfahl" bei Fuhrn im Bereich um den Hirschbergaussichtsturm und in einem alten Steinbruch einige Bäume und Sträucher ab. Wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten finden somit wieder einen günstigeren Lebensraum vor.

Auch im Naturschutzgebiet "Prackendorfer und Kulzer Moos" waren die angehenden Forstwirte als Artenschützer unterwegs und verbesserten die Lebensbedingungen für Reptilien, insbesondere die Kreuzotter, durch die Entfernung von störenden Sträuchern. Wieder aufgewachsene Kiefern waren im ehemaligen Standortübungsplatz bei Bodenwöhr abzuschneiden, damit ebenfalls Reptilien und auch die Heidelerche zukünftig wieder optimale Lebensbedingungen vorfinden. Im schon seit über zehn Jahren von der Berufsschule mit betreuten "Taubenwiesbachtal" mähten die Forstschüler schließlich eine nasse Wiese und kontrollierten den besonders jetzt im Herbst beliebten Baumartenlehrpfad.

Besondere Umweltbildung

"Ohne dieses großartige Engagement der Neunburger Berufsschüler würden viele dieser Maßnahmen vermutlich nicht so umgesetzt werden können", ist sich Gebietsbetreuer Markus Kurz vom Naturparkverein Oberpfälzer Wald sicher. Er bedankte sich bei Außenstellenleiter Günter Dirnberger, den Lehrkräften, allen weiteren Helfern und besonders den Schülern für die geleistete Arbeit. Die Verantwortlichen waren sich einig, dass durch diese Form der Umweltbildung die jungen Leute, die später als Forst- und Landwirte direkt mit der Natur zu tun haben, für naturschutzfachliche Belange sensibilisiert werden.
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