Neben Wasser fließt auch Geld

Bei einer Kamera-Befahrung im vergangenen Oktober waren die Schäden am Brunnen bei Erzhäuser festgestellt worden. Bild: Zweckverband Nord-Ost-Gruppe (hfz)
Lokales
Neunburg vorm Wald
24.06.2015
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Damit weiterhin Trinkwasser in bester Qualität aus den Leitungen sprudelt, nimmt der Zweckverband Nord-Ost-Gruppe viel Geld in die Hand. Für fast 340.000 Euro ist der Auftrag für die Sanierung des Brunnen 1 vergeben worden. Auch die Netzanlagen sind den Verbandsräten einiges wert.

In der Verbandsversammlung am Dienstag fielen alle Beschlüsse einstimmig. Um die Weichen für die Energieversorgung der Nord-Ost-Gruppe ab 2017 zu stellen, wurde Vorsitzender Klaus Zeiser beauftragt, einen Dienstleistungsvertrag mit der Kubus Kommunalberatung und Service GmbH für die Teilnahme an der Bündelausschreibung des Gemeindetags abzuschließen. Dafür sind 1077 Euro an Honorarkosten eingeplant.

Stromkosten fast verdoppelt

Durch die aktuell günstige Marktsituation hofft der Zweckverband auf einen wirtschaftlichen Strom-Einkauf. Zeiser dokumentierte, dass sich die Stromkosten der Nord-Ost-Gruppe von 2004 (rund 134.000 Euro) bis 2014 (rund 251.800 Euro) fast verdoppelt haben. Schon jetzt werde "alles wirtschaftlich Mögliche" ausgeschöpft, um Energie zu sparen.

Im Anschluss stellte Evi Anders, Mitarbeiterin im Sachverständigenbüro Dr. Prösl (Velden), die geplante Sanierung des Brunnen 1 bei Erzhäuser vor. Laut Klaus Zeiser ist dieser älteste Brunnen des Zweckverbandes in den Jahren 1959/60 im Zuge des Kasernenbaus errichtet worden. Nach einer Kamerabefahrung im vorigen Oktober musste der Brunnen jedoch außer Betrieb genommen werden: Es wurde der Zulauf von Fremdwasser festgestellt, dadurch könnten Keime angespült werden.

Das Sanierungskonzept sieht unter anderem den Abbruch des alten Brunnenschachtes vor, künftig werden Ausbaurohre aus Edelstahl in die Tiefe führen. Wie die Sachverständige erläuterte, soll der bisher 91 Meter tiefe Brunnen auf 115 Meter erweitert werden, um das Grundwasser komplett erschließen zu können. Sollte die Sanierung nicht erfolgreich sein, lägen beim Landratsamt bereits die Genehmigungsunterlagen für eine Neubohrung des Brunnens vor, ergänzte Klaus Zeiser. Zusätzlich soll für 30 000 Euro ein 4 mal 5 Meter großes Gebäude über der Brunnenstube errichtet werden, um den bisher unterirdischen Zugang "komfortabler" zu gestalten.

Die Versammlung nahm die Sanierungsplanung zur Kenntnis und vergab danach den Auftrag für die Arbeiten. Den Zuschlag für die Sanierung des Brunnens erhielt die Nürnberger Ochs Bohrgesellschaft mbH zum Bruttoangebotspreis von 336 976,23 Euro. Über den Verlauf der Arbeiten wollen sich die Verbandsräte bei einem Baustellentermin im Herbst informieren.

Kräftig investiert der Zweckverband auch in die Technik seiner Pumpwerke und vergab mehrere Aufträge: Für 52.119,38 Euro erneuert die Firma Wilo EMU (Roth) die Maschinentechnik im Überhebepumpwerk Pissau, und für 40.992,41 Euro im Druckbehälterpumpwerk Warberg. Den Zuschlag für die neue Elektrotechnik in beiden Einrichtungen erhielt die Firma Car-Messsysteme aus Erzhäuser - zum Preis von 9485,40 Euro für Pissau und für 10.385,40 Euro in Warberg.

Günstig Geld aufnehmen

Insgesamt stehen beim Zweckverband heuer Bauvorhaben mit einem Volumen von circa 1,3 Millionen Euro an. Um alles stemmen zu können, wurde Verbandsvorsitzender Klaus Zeiser ermächtigt, entweder ein Kommunaldarlehen oder einen Förderkredit bei der Landesbodenkreditanstalt in Höhe bis zu 800.000 Euro aufzunehmen. Die Verbandsräte sprachen sich dafür aus, das aktuell niedrige Zinsniveau zu nutzen.
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