Neuer Anlauf für alte Behörde

Kreisheimatpfleger Theo Männer (vorne, rechts) erläuterte die Geschichte des Landratsamtsgebäudes und führte die Stadtratsmitglieder um Bürgermeister Martin Birner (links) durch den weitläufigen Gebäudetrakt. Das Gremium rückt eine Sanierung des fast 500 Jahre alten Gebäudes wieder in den Fokus. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
27.04.2015
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Nach einer mehrjährigen Denkpause rückt der Stadtrat die Zukunft des alten Landratsamtes wieder ins Blickfeld. Bei einer Besichtigung fühlte das Gremium dem Zustand des Gebäudes auf den Zahn. Die Tour führte vom Keller bis hinauf auf den weitläufigen Dachboden.

Der Gebäudekomplex im Burghof ist fast 500 Jahre alt. Wie Heimatpfleger Theo Männer zu Beginn der Exkursion den Räten erläuterte, war der Trakt 1535 als Teil der pfalzgräflichen Residenz errichtet worden, im Laufe der Jahrhunderte folgten zigfache Umbauten. Ehe die Stadt nach der Gebietsreform 1972 das Anwesen übernahm, waren hier Landratsamt, Rent- und Schulamt angesiedelt.

Konzept in Schublade

Eine Generalsanierung des ehemaligen Behördensitzes hat die Stadt schon seit längerer Zeit in der Schublade. Bereits aus dem Jahr 2000 existiert ein Nutzungskonzept, das Platz für eine Erweiterung des Heimatmuseums, Raum für Gastronomie, Festspiel, Stadtkapelle, Jugendtreff, Bands sowie einen Mehrzweckraum und eine Hausmeisterwohnung vorsieht. Aktuell sind hier die Büros des Museums, Requisiten-Lager, Maske und Umkleideräume für das Festspiel sowie Probenräume für Stadtkapelle und Bands untergebracht.

Vorgesehen ist, dass sich der Stadtrat noch heuer mit der Frage beschäftigt, wie es mit dem alten Landratsamt weitergeht. Unter anderem muss sich das Gremium Gedanken darüber machen, ob das alte Nutzungskonzept unverändert beibehalten oder überarbeitet werden soll. Bürgermeister Martin Birner möchte bis 2016 ein fertiges Konzept in der Hand haben, um in Fördergespräche einsteigen zu können. Doch vor 2018 wird es mit der Sanierung wohl nichts. Zunächst hat die Stadt die umfangreiche Sanierung und den Umbau der Grundschule in der Ledererstraße zu stemmen.

Anschließend in der Sitzung nahm das Neubaugebiet "Kleine Seigen" an der Diendorfer Straße die nächste Hürde. Die Stadträte billigten einstimmig den Vorentwurf von Ingenieur Alfred Weiß und leiteten die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung ein. Wie Bürgermeister Martin Birner ausführte, solle ein "möglichst attraktives Baugebiet" entstehen, das sich gleichzeitig in das Ortsbild einfügt. Auf den insgesamt 14 Parzellen sei es möglich, sowohl Einzelhäuser als auch Hausgruppen zu errichten. Bei den Festsetzungen sei "höchstmögliche Flexibilität gewahrt" - es könne zwei- bis dreigeschossig gebaut werden, erlaubt seien Sattel- und Pultdächer und teilweise sogar Flachdächer.

Kostenvorteil für Drehleiter

Zum Kauf einer neuen Drehleiter für die Feuerwehr Neunburg hat die Stadt Neunburg eine kommunale Kooperation mit der Stadt Waldsassen geschlossen. Die rund 610 000 Euro teuere Investition würde der Freistaat regulär mit 236 300 Euro und der Landkreis mit 57 750 Euro unterstützen. Wenn aber zwei oder mehrere Kommunen baugleiche Feuerwehrfahrzeuge gemeinsam beschaffen, erhöht sich der Basisfestbetrag - bei einer Drehleiter wären es zehn Prozent. Die Gesamtfördersumme erhöhe sich damit auf rund 316 500 Euro.

Die Stadträte stimmten der Kooperation zu. Das Gremium war auch damit einverstanden, das Ingenieurbüro für Brandschutztechnik und Gefahrenabwehrplanung (IBG) aus Heilsbronn mit der fachlichen Beratung bei der Ausschreibung zu betrauen. Da die Auftragssumme für die Drehleiter über dem Schwellenwert von 207 000 Euro liegt, müssen für das Fahrzeug europaweit Angebote eingeholt werden.
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