Neuer Anlauf fürs "Peterhäusl"

So präsentiert sich das "Peterhäusl" aktuell dem Betrachter. Seit der alte Wohntrakt im Jahr 2013 abgerissen worden war, steht nur mehr eine Ruine. Bild: bl
Lokales
Neunburg vorm Wald
16.05.2015
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Während der Turm und die Mauerreste vor sich hin bröckeln, scheint es für das über 100 Jahre alte "Peterhäusl" wieder eine Zukunft zu geben. Neue Gestaltungsvorschläge des Architekturbüros Steidl lässt der Stadtrat nun zur Prüfung den Denkmalschutzbehörden vorlegen.

Mittlerweile zerbrechen sich Planer und Stadtväter seit drei Jahren über dem "Peterhäusl" die Köpfe. Dass der markante Wohnturm erhalten bleiben soll, war schnell war klar. Immer wieder für Debatten sorgte aber das künftige Aussehen des Anbaus, nachdem der alte Wohntrakt 2013 abgebrochen worden war.

Mit hohen Kosten vom Tisch

Ende Januar 2014 schien das Vorhaben unter den Tisch zu fallen. Die Planung des Architekturbüros Wild und Wilnhammer wartete mit einer Kostenberechnung von 321 000 Euro auf - und die Stadträte zogen vorerst die Notbremse. Seither "ziert" die Ruine die Ortsstraße Im Berg, und wirkt - vor allem nach der 2013 bewältigten Umgestaltung des Straßenzugs - mehr denn je als Schandfleck.

"Wir ringen um eine städtebaulich vernünftige Lösung und wollen nicht Tabula rasa machen", erklärte jetzt Bürgermeister Martin Birner bei einem Pressegespräch. Doch die bisherigen Lösungsansätze seien entweder an städtebaulichen und denkmalschutzrechtlichen Anforderungen oder an unwirtschaftlichen Kosten gescheitert.

Nun aber zeichnen sich neue Optionen ab: Im nichtöffentlichen Teil der März-Stadtratssitzung präsentierte das Neunburger Architekturbüro Steidl neue Vorschläge zur Gestaltung. Diese Lösung soll der städtebaulich und historisch sensiblen Lage des "Peterhäusl" gerecht werden. Laut Pressemitteilung der Stadtverwaltung erlaube es der vorgesehene Ersatzbau, die "durch den Abbruch verlorengegangene Raumkante wieder herzustellen" und den Bereich vor der Pfarrkirche wieder räumlich zu schließen.

Öffentliche Nutzung

Mit der geplanten Turmsanierung könne ein Zeugnis der kleingliedrigen Bebauung um die frühere Stadtpfarrkirche Sankt Georg erhalten werden. Der Baukörper soll öffentlich begehbar sein und Sitzgelegenheiten aufweisen. Nutzungen seien bei Veranstaltungen im Pfarrheim, während der Festspielzeit oder beim Altstadtfest denkbar. Die äußere Hülle des Ersatzbaus soll aus bedrucktem Glas oder Holzelementen bestehe, eine massive Giebelwand das Gebäude abschließen.

Die Kosten der neuen Variante siedelte der Bürgermeister zwischen 130 000 und 140 000 Euro an. Bei einem erwarteten Fördersatz von rund 60 Prozent, könnte sich der Eigenanteil der Stadt auf circa 56 000 Euro reduzieren. Um das auszuloten, beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, diese Alternative mit den Fachstellen, insbesondere der Städtebauförderung und dem Landesamt für Denkmalpflege, zu besprechen. Danach soll die endgültige Planung im Ratsgremium abgesegnet werden. Bürgermeister Martin Birner hofft, dass das Vorhaben noch heuer im Herbst über die Bühne gebracht werden kann. Grünes Licht für die neue Planung hat schon mal die Katholische Kirschenstiftung gegeben.
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