Neufassung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts
Reichtum aus kleinen Strukturen

In der künftigen Fortschreibung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts sollen sich Altstadt und Vorstadt (rechter Bildrand) ergänzen und voneinander profitieren. Während der historische Kern mit Atmosphäre und Individualität aufwarten kann, ist in der Vorstadt Platz für größere Einzelhandelsgeschäfte. Luftbild: Ascherl
Lokales
Neunburg vorm Wald
22.12.2014
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"Zur Zeit ist es etwas schwierig, stolz auf Neunburg zu sein", stellte Stadtplanerin Barbara Hummel fest. Die Neufassung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) soll die Trendwende einläuten.

Den Entwurf für das "ISEK 2.0" hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung gebilligt. Die Eckdaten und verschiedene Kernaussagen erläuterte Barbara Hummel, Mitarbeiterin bei Schober Architekten. Für die Bewertung und Fortschreibung des ISEK ist das Münchner Büro mit dem städtebaulichen Teil beauftragt.

Bereits "gute Ansätze"

Wie die Referentin erklärte, solle mit der Evaluation (Bewertung) geprüft werden, ob die bisherige Zielsetzung des Entwicklungskonzepts richtig ist. Grundsätzlich sei festzustellen, dass das ISEK in der Laufzeit 2009 bis 2013 in puncto Städtebau "viele gute Ansätze" enthalten habe. Die Ausrichtung passe auch heute noch, allerdings müssten zusätzliche Handlungsfelder wie Marketing, Freizeit und Tourismus, Bildung, Kunst und Kultur ergänzt werden.

In der Fortschreibung werde der aktuelle Stand der Umsetzung beleuchtet, Handlungsfelder und -orte bestimmt und daraus Maßnahmen abgeleitet. Hummel begrüßte das durch die Verwaltung neu aufgelegte Förderprogramm für Geschäftsflächen - "davon sind Impulse zu erwarten". Potenzial sah sie auch in den kleinteiligen Strukturen im Altstadtbereich, die "großen Reichtum bergen" würden. Gerade die Altstadt sei Heimat und Identität. "Wenn es gelingt, sie in Form und Atmosphäre zu schützen, haben wir viel erreicht", so Hummel. Die Stadtplanerin wies unter anderem auf das "feine Gassen-System, durchbrochen von einzelnen Plätzen" hin. Für die "eher gesichtslose Vorstadt" empfahl sie eine Verknüpfung mit der Altstadt, beide Quartiere könnten sich ergänzen. Während die Altstadt mit Atmosphäre, Individualität und kleinflächigem Fachhandel punkten könne, verfüge die Vorstadt über großflächigeren Einzelhandel.

Im "Sorgenkind Hauptstraße" zeichne sich eine positive Entwicklung an wichtigen Stellen ab. Unter anderem seien der Einzug der Raiffeisenbank und die Planungen für einen Stadtplatz (NT berichtete) "wichtige Impulsprojekte". Zusätzlich empfahl sie, den Charme der Altstadt mit modernen Wohn-Standards zu kombinieren. Insgesamt zählte sie in Alt- und Vorstadt acht "Handlungsorte" auf, an denen "Stück für Stück Wertvolles erhalten und Neues integriert werden" müsse. Die Bürger sollten wieder stolz auf ihre Stadt sein, sich noch stärker mit Neunburg identifizieren und zu ihrem Heimatort stehen.

Stelle für Stadtmarketing

Als nächste Schritte seien laut Barbara Hummel ein Markenbildungsprozess für die Stadt, ein Konzept für Freizeit- und Tourismus sowie die Etablierung einer Stadtmarketing-Stelle nötig. Auch die weitere Bürgerbeteiligung und die Gründung eines Projektfonds unter der Regie eines Marketingvereins müsse angestrebt werden. Ins Leben gerufen werden soll eine Steuerungsgruppe aus Stadträten, Verwaltung, Vereinen und Privatpersonen, die dann dem Gesamtstadtrat zuarbeitet. Die endgültige Neufassung des ISEK soll im Februar/März nächsten Jahres vorliegen.
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