Notfallhilfe in neuer Dimension

Übergabe der Reanimationshilfe "Lucas 2" durch (von links) FEE-Geschäftsführerin Gerlinde Fleischmann an die taktischen Leiter Patrick Wolf und Florian Binder, Erich Habich (Helfer vor Ort) und den BRK-Bereitschaftsleiter Maximilian Lang. Bild: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
23.10.2014
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"Lucas 2" kann Leben retten. Die landkreisweit erste mechanische Reanimationshilfe hat das Unternehmen FEE der Neunburger Rotkreuz-Bereitschaft zur Verfügung gestellt. In schwierigen Situation sorgt das Gerät für eine konstante Herzdruckmassage.

Als Meilenstein für die regionale Notfallversorgung wurde "Lucas 2" bei der offiziellen Übergabe gesehen. Die Firmengruppe FEE, vertreten durch Geschäftsführerin Gerlinde Fleischmann, hat mit einem Betrag von 13 000 Euro die komplette Finanzierung dieser neuen lebensrettenden Technik sichergestellt.

Etwas Gutes für die Bürger

Neben Gerlinde Fleischmann zählt Maximilian Lang, Rettungsassistent und Leiter der BRK-Bereitschaft, zu den Hauptinitiatoren dieses Projekts. "Wir wollen mit dieser Anschaffung der Bevölkerung von Neunburg und der umliegenden Gemeinden, aber auch allen anderen Bürgern im Landkreis etwas Gutes und nachweislich außerordentlich Effektives zukommen lassen". Bisher nämlich wird die neue lebensrettende Technik nicht über den Rettungsdienst bzw. von den Krankenkassen als Kostenträger finanziert.

"Lucas 2" übernimmt die Herzdruckmassage und sorgt für eine neue Dimension bei der Wiederbelebung. Vor allem bei außergewöhnlichen Einsatz-Szenarien, wo eine Versorgung nur sehr schwer oder gar nicht möglich ist, soll das Gerät dem Rettungsdienst die Arbeit erleichtern. Beispielsweise ermöglicht es "Lucas", dass Betroffene auch bei einer nötigen Bergung mit der Drehleiter eine regelmäßige Herzdruckmassage erhalten. Für das Rettungsdienstpersonal und den Notarzt macht "Lucas 2" eine Wiederbelebung beim Transport ins Krankenhaus nun erheblich sicherer. Denn bisher konnte die Herzdruckmassage im Stehen während der Fahrt bei einem starken Bremsmanöver oder gar einem Unfall eine lebensgefährliche Situation für die Retter bedeuten.

Gerät macht Druck

Die Reanimationshilfe wird über dem entkleideten Oberkörper angelegt, danach nimmt das Gerät selbstständig die notwendigen Kompressionen am Brustkorb vor. "Mit einer Akku-Ladung sind 45 Minuten Herzmassage möglich", beschreibt Maximilian Lang. "Wir haben drei Akkus dabei und können zudem während dem Transport auf eine 12-Volt-Bordnetzversorgung zurückgreifen." Nach den nötigen Schulungen für die Helfer wird "Lucas 2" auf dem Rettungswagen der Unterstützungsgruppe Rettungsdienst einsatzbereit gelagert sein. Ende November oder Anfang Dezember soll das Gerät offiziell vorgestellt und in Betrieb genommen werden.

Gerlinde Fleischmann zeigte sich von der Funktionsweise und der kleinen Bauart des Geräts - es passt in einen etwas größeren Rucksack - beeindruckt. BRK-Leiter Lang war es noch wichtig, darauf hinzuweisen, dass "Lucas 2" zwar die Chance auf eine schnelle erfolgreiche Wiederbelebung erhöhen könne, "doch jedes Leben lässt sich auch bei modernster Ausrüstung nicht retten". Das Gerät könne auch nicht das schnelle Eingreifen von Ersthelfern in den ersten so wichtigen Minuten eines Notfalls ersetzen. Jeder Mitbürger sei daher aufgefordert, die Zeit bis zum Eintreffen des medizinischen Fachpersonal mit Erste-Hilfe-Maßnahmen zu überbrücken. "Nur gemeinsam können wir Leben retten", betonte der erfahrene Rettungsassistent.
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