Ohrenschmaus in Übergröße

Unter der Leitung von Horst Frohn tritt die Chorphilharmonie Regensburg in der Schwarzachtalhalle auf. Am Samstag, 25. Oktober, werden Werke von Puccini und Poulenc die Ohren des Publikums erfreuen. Bild: Veranstalter
Lokales
Neunburg vorm Wald
12.10.2014
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Der Name ist zugleich Programm: Mit "Gloria XXL" ist der Konzertabend mit der Chorphilharmonie Regensburg überschrieben. Am Samstag, 25. Oktober, wird dem Publikum in der Schwarzachtalhalle ab 20 Uhr Chormusik von großem Format geboten.

Mit zwei Raritäten der geistlichen Musik kehrt die Regensburger Chorphilharmonie in die Pfalzgrafenstadt zurück. Im Kunstherbst führt der rund 80 Choristen umfassende Klangkörper samt Sinfonieorchester die Messa di Gloria von Giacomo Puccini und das Gloria von Francis Poulenc auf. Einstudiert hat die höchst hörenswerten Werke Horst Frohn, Gründer und Dirigent der Chorphilharmonie.

Das Programm beginnt mit der rund 45 Minuten dauernden Messa di Gloria, die Zeugnis von Puccinis frühem Schaffen ablegt. Sie ist ein Mittelding zwischen geistlicher und weltlicher Musik, lyrischem und dramatischem Ausdruck. Getragen wird es von eingängiger Melodienseligkeit - ein Hochgenuss für den Chorgesang. Der asymmetrische Aufbau des Werkes spricht für die Tatsache, dass Puccini beim Komponieren offenbar in Zeitnot geriet. Den reich auskomponierten Teilen Gloria und Credo folgen mit fast lakonischer Kürze das Sanctus, Benedictus und Agnus Dei.

Mit Francis Poulencs Gloria widmet sich das Ensemble einem außergewöhnlichen und aufgrund seiner großen Besetzung und dem anspruchsvollen Chorpart recht selten in der Region zu hörendem Werk. Dabei ist die halbstündige Chorsinfonie aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein wahrer Schatz der neueren Kirchenmusik.

Das "Gloria" gliedert sich in sechs Sätze und räumt dem Chor einen breiten Raum ein. Neben dem sinfonisch besetzten Orchester ist nur noch ein Sopran solistisch eingesetzt. In seinem Werk verbindet Poulenc verschiedene Stilrichtungen: Der Pathos des römisch-katholischen Ritus und Elemente des gregorianischen Chorals sind ebenso zu finden wie jazzige Elemente. Poulencs eigenwilliger Stil lebt von den Kontrasten: Innerhalb eines Taktes wechselt die Dynamik häufig vom gehauchten Pianissimo zum mächtigem Forte, harte Dissonanzen wechseln mit gefühlvollen Akkordverbindungen.

Vor allem das freche "Laudamus te" sorgte bei der Uraufführung 1961 fast für einen Skandal. Der "humorvolle Ton in einer Kirche" wirkte auf Zuhörer irritierend. Poulenc selber hatte dafür wenig Verständnis: "Ich dachte beim Komponieren an die Renaissance-Fresken Benozzo Gozzolis, auf denen Engel die Zunge herausstrecken und an ein paar Benediktinermönche, die ich in ihren fliegenden Kutten Fußball spielen sah."

Eintrittskarten für das Chorkonzert "Gloria XXL" gibt es noch für 25 Euro (freie Platzwahl) in Neunburg in der Buchhandlung am Tor, im Büro- und Pressezentrum sowie in Oberviechtach im Reiseland Koller und an der Abendkasse. Saalöffnung am Samstag, 25. Oktober, ist um 19 Uhr, das Konzert beginnt um 20 Uhr.
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