Pädagoge Werner Gratzer schildert "Zehn Gebote einer guten Familie"
Mit Autorität erziehen

Lokales
Neunburg vorm Wald
06.05.2015
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Was zeichnet eine gute Familie aus? Mit dieser Frage konfrontierte Pädagoge Werner Gratzer die Eltern in der Mensa der Mittelschule. Das Thema "Eltern und Lehrer ziehen an einem Strang", das Gratzer bei einer Fortbildung am Nachmittag bereits den Lehrkräften angeboten hatte, interessierte am Abend auch viele Eltern und Lehrer anderer Schulorte.

Als die "Zehn Gebote einer guten Familie", die von 7- bis 14-jährigen Schülern genannt wurden, listete der Referent Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Demokratie, liebevoller Umgang, Lachen, Vertrauen, Rücksicht, Versöhnung bei Streit, gemeinsame Unternehmungen und miteinander sprechen auf. Diese Gebote gelten genauso für die Schule. Auch das gemeinsame Leben in der Schule sei geprägt von Rücksicht, Humor, Gesprächen und den weiteren Punkten.

"Dass dies aber nicht zu 100 Prozent verwirklicht werden kann, wissen die Eltern und Pädagogen nur zu gut", stellte Gratzer, der lange Zeit Schulleiter war, fest. Trotzdem sollen Eltern und Lehrer "an einem Strang ziehen" und dieselben Ziele anstreben. Dabei sei das Elternhaus die "Erziehungssäule Nummer eins", die Schule Nummer zwei. "Eine gute, intakte Familie bietet die besten Voraussetzungen gegen aggressives und gewaltbereites Verhalten", ist sich der Referent, der auch Buchautor ist, sicher. Kinder lernen am Vorbild, am vorgelebten Muster. Dabei prägen sich leider negative Modelle leichter ein als positive. Seine Ausführungen untermauerte Gratzer mit vielen Beispielen aus seinen umfangreichen Erfahrungen als Vater von Töchtern sowie als Lehrer, und gestaltete so seinen gut zweistündigen Vortrag lebendig und humorvoll.

Eindrucksvoll waren seine Schilderungen, mit welcher unglaublicher Energie Kinder ihre Ziele durchsetzen. "Wer erziehen will, braucht Autorität", forderte der Referent. Bei Umfragen, wie sich Kinder gute Eltern und Lehrer vorstellen, wurden immer auch die Eigenschaften "gerecht", "streng" und "humorvoll" genannt. Eltern und Lehrer dürfen Respekt einfordern, so wie man auch Kinder respektieren solle. Äußerungen wie "Als ich in deinem Alter war" oder "Solange du deine Füße unter meinem Tisch hast" seien jedoch zu vermeiden. Gespräche zu Problemen müssen ohne Vorwürfe geführt werden, ansonsten bringen sie nichts.

"Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder und vergessen Sie nicht den Humor!", riet Gratzer den Eltern, denn "Sie haben nichts Wertvolleres zu Hause als Ihre Kinder!"
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