Pfarrer Stefan Wagner referiert vor katholischen Vereinen - Gott spüren und begreifen
Jeder hat eigenes Gottesbild

Pfarrer Stefan Wagner referierte zum Thema "Liturgie und Gottesbild". Bild: agr
Lokales
Neunburg vorm Wald
04.02.2015
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Zum Thema "Liturgie und Gottesbild" referierte Pfarrer Stefan Wagner beim Vortragsabend von KAB, Kolpingfamilie und Frauenbund. Durch Bilder, Ikonen oder Wandgemälde könne man Gott "ein wenig auf die Spur kommen", so der Referent.

"Gottesbilder begleiten uns ein Leben lang", führte Wagner im Pfarrsaal aus. Dabei sei mit "Gottesbild" zunächst kein Bild in wörtlichen Sinn gemeint, es sei vielmehr ein geistiges Bild, das sich aus ganz vielen Facetten zusammensetze. Dabei spielten die Erfahrungen und geschilderten Erlebnisse aus der Bibel, die unzähligen Predigten, die man höre oder der Religionsunterricht eine Rolle. Aus all dem forme jeder sein eigenes Gottesbild. Aber dieses Gottesbild ändere sich im Laufe eines Lebens.

Gottesbilder haben auch mit den Gottesdienst (Liturgie) zu tun. Die Bilder der Liturgie seien sehr vielfältig, so der Geistliche. Die Vielfalt der Bilder bringe gleichzeitig die Vielfalt menschlicher Gotteserfahrung zum Ausdruck. Im Laufe der Zeit gestellten sich zu den Bildern von Jesu in der Bibel, auf Ikonen und Wänden, auch Bilder von Maria und den Aposteln. In der neuen Zeit setzte sich ein neuer Umgang mit den Bildern durch. Dabei spielte die sogenannte Liturgische Bewegung anfangs des 20. Jahrhunderts (1930) eine wichtige Rolle. Damals wurden Kirchen gebaut, die weitgehend auf Bilder verzichteten. Hier sollten allein die liturgischen Handlungen und die feiernde Gemeinde zum Ausdruck bringen, wie Gott an seinem Volk handelt. "Gottesbilder werden nicht nur gemalt, geschnitzt oder gebaut", so Pfarrer Wagner. Die Gottesbilder schlagen sich auch in Liedern und Gebeten nieder.

Von Päpsten und Bischöfen, von Bundespräsidenten und Bürgermeistern gibt es offizielle Bilder. Sie werden in Pfarrämtern und Sakristeien, in Rathäusern und Schulen aufgehängt. "Von Gott gibt es offiziell kein Bild, kein Bild der Welt könnte unseren Gott fassen", unterstrich der Geistliche. Aber die vielen Vorstellungen - egal ob gemalt, geschnitzt, gebaut, gedichtet, gebetet, gesungen und gedacht -, die Christen sich von Gott machen, tragen dazu bei, demdem Schöpfer zumindest ein wenig auf die Spur zu kommen, ihn spür-, erfahr- und begreifbar zu machen.
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