Pilger-Erlebnis auf zwei Rädern

Auf dem Vorplatz vor der Gnadenkapelle in Altötting stellten sich die 21 Radpilger und Pfarrer Richard Salzl (im Hintergrund, Mitte) zum Erinnerungsfoto auf. Bild: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.06.2015
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Über Berg und Tal zur Schwarzen Madonna: Rund 360 Kilometer Strecke bewältigten die Teilnehmer der Fahrrad-Wallfahrt nach Altötting. Die "Pedal-Pilger" strampelten sogar den Regenwolken davon.

Für die Neuauflage stiegen 21 Radl-Wallfahrer aus den Pfarreien rund um Neunburg bis Schwandorf auf ihre Sättel. Nach einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Penting schickte Pfarrer Theo Schmucker die Teilnehmer mit dem Pilgersegen auf den Weg. Und die Gebete um gutes Wetter für unterwegs sind offensichtlich erhört worden: Hatte es beim Verladen des Gepäcks noch geregnet und war nach dem Gottesdienst noch eine schwarze Schlechtwetterfront über der Bodenwöhrer Senke gestanden, so hörte der Niederschlag pünktlich zur Abfahrt auf und bereits im Regental hinter Nittenau zeigte sich immer mehr der blaue Himmel.

Erinnerung an "TV-Auftritt"

Die 120 Kilometer lange Tagesetappe, immer wieder unterbrochen durch Gebets- und Meditationsstationen, führte über Regensburg und Dingolfing bis zum Übernachtungsort Oberteisbach. Während der Mittagspause in Geiselhöring erinnerten sich die Pilger an die Filmaufnahmen des Bayerischen Fernsehens mit den dortigen Wirtsleuten vor zwei Jahren: In dem im Herbst 2014 ausgestrahlten Fernsehbeitrag war auch die Pilgergruppe gezeigt worden.

Hatte das Höhenprofil des ersten Tages die Radler nur für den Anstieg von Dornwang hoch nach Teisbach gefordert, so verlangte der zweite Tag mit der Strecke über Gangkofen und Massing bis zum Kapellenplatz nach Altötting wesentlich mehr Beinarbeit und Muskelkraft. Am Ziel an der Gnadenkapelle wartete bereits der ehemalige Pfarrer von Penting und Seebarn, Richard Salzl, auf die Wallfahrer, um den Gottesdienst zu feiern. Seine Predigten für die Fahrrad-Pilger sind seit Jahren ein Erlebnis und begeistern stets auch die vielen anderen Wallfahrer.

Auf dem 60 Kilometer langen Rückweg nach Oberteisbach wartete das Begleitteam um Fahrer Franz Seebauer in Nonnberg auf die Radler und stärkte sie mit Kaffee und Kuchen. Traditionell beteten die Pilger bei der Rückfahrt am zweiten Tag in Heiligenstadt am Grab des Regensburger Pilgerbischofs Karl Flügel, der die Fußwallfahrt von Regensburg nach Altötting über 50 Jahre begleitet hatte. Zum Schluss jeder Wallfahrt sagte er immer: "Pfiat euch Gott mitanand, bis nächstes Jahr - da - oder im Himmel oben."

Zurück mit Rückenwind

Die letzten 120 Kilometer über Martinsbuch, Haindling, Sünching, Regensburg und Ramspau legten die Radwallfahrer bei Rückenwind in flottem Tempo zurück. Nach der Abschlussandacht in Windmais lud die Familie Seebauer die Radpilger zu Kaffee, Kuchen, Getränken und Wiener Würstchen ein. Das Leitungsteam mit Angelika Schwarz und Jochen Ullmann bedankte sich für den reich gedeckten Tisch.

Trotz der Muskelanstrengung über rund 360 Kilometer freuen sich die Wallfahrer schon aufs nächste Jahr: Am Pfingstdienstag 2016 werden sie - nach dem Gottesdienst um 5.45 Uhr in Penting - wieder der Schwarzen Madonna in Altötting entgegen strampeln.
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