Regelkunde auf zwei Rädern

Die Verkehrserzieher der Polizei zeigten den Kindern von Asylbewerbern die hierzulande gültigen Verkehrsregeln. Dazu gehört auch das Rechtsfahrgebot, welches mit den Fahrrädern eingeübt wurde. Bild: adi
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.10.2015
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Für die hier lebenden Asylbewerber ist vieles ganz neu und ungewohnt, auch der Straßenverkehr. Damit die Kinder und Jugendlichen sicher mit dem Fahrrad Stadt und Umgebung erkunden können, veranstaltete die Polizei einen "Crashkurs" in Sachen Sicherheit im Straßenverkehr.

Noch etwas wackelig sahen die ersten Versuche auf dem Fahrrad aus. Doch der Großteil der Kinder aus verschiedenen Nationen hatte den Dreh schnell heraus. Aber im Straßenverkehr lauern viele Gefahren, und die unzähligen Verkehrszeichen auf deutschen Straßen sind den meisten auch noch nicht ganz geheuer. Deswegen veranstaltete die Polizeiinspektionen Neunburg und Oberviechtach mit der Jugendverkehrsschule des Landkreises Schwandorf ein Fahrradtraining mit Verkehrserziehung am Verkehrsübungsplatz der Mittelschule.

Mit Händen und Füßen

Wie geht man richtig über die Straße? Was ist ein Vorfahrtsschild? Und auf welcher Straßenseite darf man eigentlich fahren? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Kinder und ihre Verkehrerzieher. Teilweise mit Händen und Füßen versuchten die Beamten die Sprachbarriere zu überwinden, da die Kinder aus unterschiedlichen Ländern stammen. Zwei Buben, die bereits der deutschen Sprache mächtig sind, übersetzen die Erklärungen der Erzieher.

Die Idee zu einem solchen Crashkurs war in der Zusammenarbeit von Verkehrswacht und dem "Runden Tisch Asyl" gekommen, ein Zusammenschluss bei dem unter anderem Kirche, Stadt, Polizei und Vereine tätig sind und sich um die Belange und die Integration von Asylbewerbern kümmern. "In der Aufnahmeeinrichtung sind Fahrräder vorhanden, aber die Kinder wissen nicht, wie sie sich im Straßenverkehr zu verhalten haben. Das birgt eine große Gefahr", warnt Oberkommissar Tobias Mattes von der Polizeiinspektion Neunburg. Und so wurde die Idee eines "Crashkurses" mit Hilfe von Caritas-Sozialbetreuerin Andreea Bercea in die Tat umgesetzt.

Um kleinen "Fahranfängern" auch anschaulich die Verkehrregeln erklären zu können, sind authentische Verkehrszeichen notwendig. Daher spendete das Polizeipräsidium Oberpfalz der Jugendverkehrsschule des Landkreises Schwandorf 14 neue Zeichen im Wert von 1500 Euro, die in Neunburg feierlich übergeben wurden. "Eine gute und frühzeitige Verkehrserziehung ist bei Kindern sehr wichtig. Die neuen Verkehrszeichen werden sehr hilfreich sein", ist sich Mattes sicher. Die Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl dankte dem Präsidium für die Anschaffung und betonte ebenfalls die Notwendigkeit einer fundierten Erziehung im Straßenverkehr.

Schildern machen's leichter

Die neuen Verkehrszeichen kamen im Fahrradtraining mit den Kindern gleich zum ersten Mal zum Einsatz und erleichterten den Verkehrserziehern das Erklären der Regeln, was aufgrund der Sprachenvielfalt der kleinen Fahrradfahrer oft nicht einfach war. Im Anschluss gab es für alle Brezen und kühle Getränke, so dass alle gestärkt wieder auf den Sattel steigen konnten.
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