Region will sich neu definieren

Am Tisch sehen (von rechts) Landratsstellvertreter Joachim Hanisch, Thomas Gollwitzer (Amt für ländliche Entwicklung) und Bürgermeister Martin Birner (Neunburg) zu, wie Maximilian Beer (Schwarzhofen) den ILE-Kooperationsvertrag unterzeichnet. Dahinter die Gemeindechefs aus den weiteren acht Orten der ILE Schwarzach-Regen sowie anwesende Behördenvertreter. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
29.09.2015
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Auf dem Weg in die Zukunft wollen sie sich nicht abhängen lassen: Für zehn Gemeinden aus den Landkreisen Schwandorf und Cham ist der Startschuss für eine Integrierte Ländliche Entwicklung gefallen. Der kommunale Schulterschluss soll die Region Schwarzach-Regen voranbringen.

Im Schlosssaal schlug die Geburtsstunde für die neue "ILE Schwarzach-Regen". Für den Neunburger Bürgermeister Martin Birner ein besonderer Anlass: "Wir werden Zeugen, wie sich unsere Heimat über Landkreisgrenzen hinweg daran macht, die Zukunft zu gestalten." Die Bewahrung der Heimat und ihre Fortentwicklung als Lebens- und Arbeitsraum sei eine gemeinsame Verpflichtung.

Auftakt mit Schwung

Es gebe viele Herausforderungen zu bewältigen. Birner nannte den Erhalt und Ausbau der wirtschaftlichen Schlagkraft, den demografischen Wandel, Tourismusmarkt, Chancengleichheit in Bildung und Ausbildung sowie eine stabile Infrastruktur. Ein Dank galt dem Amt für ländliche Entwicklung, das die Bürgermeister auf den Zusammenschluss vorbereitet und bei einem Auftaktseminar Starthilfe geleistet hatte: "Jetzt können wir mit Schwung an den Start gehen." Im Anschluss erläuterten die Bürgermeister die einzelnen Handlungsfelder (siehe Infokasten).

"Die Vielfalt der Ideen ist schier unglaublich", stellte Klaus Zeiser, Abteilungsleiter für kommunale Angelegenheiten am Landratsamt Cham, fest. Er vertrat Landrat Franz Löffler und sah in der ILE eine Antwort auf die zunehmende Urbanisierung - "die ländlichen Regionen wollen nicht abgehängt werden". Er hoffte, dass die Gemeinden die Aufbruchstimmung mitnehmen können.

Als "Meilenstein für die Entwicklung der Gemeinden" empfand Joachim Hanisch, stellvertretender Landrat des Landkreises Schwandorf, den Zusammenschluss. Hier könne sich Lokalpatriotismus in "Regionalpatriotismus" wandeln. "Wenn die gesteckten Ziele nur halbwegs erreicht werden, haben Sie für die Zukunft schon viel geschaffen", war er überzeugt. Er plädierte dafür, die Bürger mit ins Boot holen, um die Vorhaben mit Leben zu erfüllen. Zusätzlich bot er die Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen am Landratsamt an.

Thomas Gollwitzer, Chef des Amtes für ländliche Entwicklung Oberpfalz, nahm die Bürgermeister in die Pflicht: "Interkommunale Zusammenarbeit muss Chefsache sein" forderte er, nur dann werde sich auch der Erfolg der ILE einstellen. Er hieß die zehn Kommunen im Kreis von rund 90 Gemeindebündnissen bayernweit willkommen, allein in der Oberpfalz seien über die Hälfte aller Gemeinden in ILE organisiert.

Gollwitzer verdeutlichte, dass die Integrierte ländliche Entwicklung mehrere Ansätze verfolgt. Unter anderem erhielten kommunale Interessen mehr Gewicht, die Zusammenarbeit erzeuge Synergieeffekte und starke Impulse; vielfach würden kostengünstigere Lösungen möglich. Der Einsatz von Instrumenten der ländlichen Entwicklung sowie die Koordinierung und Bündelung weiterer Fördermöglichkeiten löse kraftvolle Entwicklungsschübe aus.

Konzept erarbeiten

"Sie haben sich gefunden und wollen sich als Region definieren." Mit diesen Worten überreichte Thomas Gollwitzer den zehn Gemeinden die Anerkennungsurkunde für die Aufnahme in das Bayerische Programm "Integrierte Ländliche Entwicklung". Als nächsten Schritt müssen die Partner ein Entwicklungskonzept erarbeiten. Dafür ist eine Förderquote von 70 Prozent in Aussicht gestellt.
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