Rüstzeug im Katastrophenfall

Lokales
Neunburg vorm Wald
05.12.2014
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Maximal "mittelbetroffen" sind die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaften bei einem extremen Hochwasser. Trotzdem wollen die Bürgermeister für das Risiko gerüstet sein.

Die großen Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre zeigten, dass es sich mit diesem Thema verstärkt auseinanderzusetzen gilt. Weil die Kommunen im Katastrophenfall die ersten Ansprechpartner und für die örtliche Gefahrenabwehr verantwortlich sind, stellt das Wasserwirtschaftsamt Weiden (WWA) aktuell zusammen mit den Kommunen Hochwasserrisiko-Managementpläne auf.

Schwarzach und Sulzbach

Am Dienstag klärte Günther Michler mit seinem Team die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft auf. "Hier liegen drei Gemeinden an der Schwarzach, und eine wird vom Sulzbach tangiert", eröffnete der Abteilungsleiter für den Landkreis Schwandorf den Workshop im Verwaltungsgebäude. Es galt Maßnahmen abzuleiten, die im Idealfall vorbeugend wirken, die aber bei Eintritt des Katastrophenfalles das Rüstzeug geben, mit den auftretenden Problemen effektiv umzugehen.

Die Wasserwirtschaftsverwaltung hat in den vergangenen Monaten Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten erstellt. Mit diesen Karten für Schwarzhofen, Dieterskirchen, Thanstein und Neukirchen-Balbini erfasste Christian Götz mit den jeweiligen Bürgermeistern sämtliche Gegebenheiten in den für Überschwemmungen prädestinierten Bereichen. Ein erster Überblick ergebe, dass Schwarzhofen "mittelbetroffen" und die anderen Gemeinden "schwach bis nicht betroffen" eingestuft werden können, erklärte der Sachgebietsleiter Wasserbau für den Landkreis Schwandorf beim WWA Weiden.

Die Karten wurden gemeinsam besprochen, bei Thanstein wurde ein E-Werk im Murnthal eingezeichnet. Bei Dieterskirchen wird im Ernstfall nur ein Wirtschaftsweg beeinträchtigt, und im Gemeindegebiet von Neukirchen-Balbini wurde nur der Vollständigkeit halber ein kleiner Bereich im Bodenwöhrer Forst aufgenommen. Dort könnte der Sulzbach über die Ufer treten. Mehr betroffen ist dagegen der Markt Schwarzhofen wegen der Schwarzach, die in der Vergangenheit schon öfter für Hochwasser gesorgt hat. Hier wurden als gefährdet das Schloss Schwarzeneck, die ehemalige Glasschleife, ein Fußball- und Spielplatz, mehrere Schaltkästen, Pumpwerke, E-Werke, fünf Häuser und Fuß- und Radwege in die Karten eingezeichnet.

Ortskenntnis eingebracht

Anhand dieser ergänzten Karten soll nun ein Hochwasserrisiko-Managementplan aufgestellt werden. Durch das Einbringen der Ortskenntnis der Bürgermeister Hans Graßl (Dieterskirchen), Markus Dauch (Neukirchen-Balbini), Walter Schauer (Thanstein) und Maximilian Beer (Schwarzhofen) und des kommunalen Fachwissens durch die VG-Mitarbeiter Jürgen Steinbauer und Alexander Wild konnte ein realitätsnahes Maßnahmenkonzept erstellt werden. Graßl dankte als VG-Vorsitzender den Vertretern des WWA Weiden für ihre wertvolle Arbeit.
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