Schulverband auf letztem Weg

Symbolbild: dpa
Lokales
Neunburg vorm Wald
07.10.2014
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Der Kreidestaub hat sich längst verflüchtigt, der Schulgong ist seit über einem Jahr verstummt: Die Grundschule in Kemnath bei Fuhrn gibt es nicht mehr. Der Schulverband allerdings existiert noch weiter und regelt nun den Nachlass.

Der Rückgang der Schülerzahl auf nur noch 23 hatte das Aus bedeutet. Eine Klassenbildung war laut Schulamt nicht mehr möglich, heuer zum 1. August hatte die Regierung der Oberpfalz die Grundschule offiziell für aufgelöst erklärt. Seit dem letzten Unterricht war da bereits ein Jahr vergangen, schon zum Schuljahr 2013/2014 waren die Kinder Schulen in Neunburg und Schwarzenfeld zugewiesen worden.

Abwicklung dauert

Beide Gemeinden bleiben aber weiterhin im Schulverband Kemnath organisiert. Denn für die "Restabwicklung" des Schulstandortes mit fast 340-jähriger Geschichte kann nicht so ohne weiteres der Schlussstrich gezogen werden. Vielmehr wird es noch ein paar Jahre dauern, um den Nachlass der Schule zu regeln.

In der Sitzung der Schulverbandsversammlung am Montag wurde der Neunburger Bürgermeister Martin Birner an der Verbandsspitze bestätigt, ebenso Amtskollege Manfred Rodde aus Schwarzenfeld als Stellvertreter. Eine reine Formsache war der Erlass der neuen Geschäftsordnung. In der verabschiedeten "Satzung zur Regelung von Fragen der Verfassung des Schulverbandes" einigten sich die Gemeinden darauf, das Vermögen des Schulverbandes nach dem Verhältnis der Kinderzahlen in den vergangenen zehn Jahren aufzuteilen. Danach enthält die Stadt Neunburg knapp 79,4 Prozent, der Markt Schwarzenfeld rund 20,6 Prozent des Vermögens. Bürgermeister Rodde erklärte, "mit diesem gerechten Schlüssel gut leben zu können".

Ohne Gegenstimme ging der Haushaltsplan für 2014 mit -satzung, Stellen- und Finanzplan über den Tisch. Der Neunburger Kämmerer Michael Haßfurter erläuterte das Zahlenwerk und verdeutlichte, dass heuer und im nächsten Jahr die Abwicklung des Schulverbandes den Schwerpunkt der Haushaltsführung darstelle.

Der eingestellte Unterrichtsbetrieb wirkt sich im Etat deutlich aus: Ohne Schüler entfallen die Einnahmen aus der Verbandsumlage, eine nötige Zuführung an den Verwaltungshaushalt (15 194 Euro) wird über die Rücklagen finanziert. In den Einnahmen sind 2000 Euro für den Verkauf von Schulausstattung eingeplant, bei den Ausgaben fallen zum Großteil lediglich Unterhaltskosten für das Schulhaus (Hausmeister usw.) an.

Verkauf angestrebt

Schließlich wurde die Verwaltung beauftragt, auch offiziell die Auflösung des Schulverbandes in die Wege zu leiten. Kraft Gesetz ist dieser schon längst erloschen, nachdem die Regierung per Rechtsverordnung die Schule aufgelöst hat und damit die Bestandsgrundlage für den Schulverband weggefallen ist. Das Gebäude und das zugehörige Grundstück sollen - wenn möglich - verkauft werden. Die Orte aus dem bisherigen Schulsprengel sind den Gemeinden Neunburg und Schwarzenfeld zugeordnet worden.

Zur Kenntnis nahm die Versammlung das Rechnungsergebnis 2013. Wegen der Einstellung des Schulbetriebes waren nicht alle Haushaltsansätze ausgeschöpft worden, die Zuführung an den Vermögenshaushalt höher ausgefallen. Für die Jahresrechnung 2012 bekam Bürgermeister Martin Birner die Entlastung erteilt.
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