Sonderausstellung "100 Jahre Michaela Krinner"
Als Künstlerin vielseitig kreativ

Museumsleiter und Initiator Theo Männer (rechts) führte Bürgermeister Martin Birner und Hannelore Bohm vom Museumsverein Laufen durch die bemerkenswerte Ausstellung. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
12.10.2015
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Der 100. Geburtstag der Künstlerin Michaela Krinner, die 20 Jahre lang in Neunburg lebte und arbeitete, bot den Anlass für eine Sonderausstellung im Schwarzachtaler Heimatmuseum. Mit Bildern aus dem Bestand hiesiger Bürger weist die Ausstellung auch "Lokalkolorit" auf.

Zur Vernissage der Sonderausstellung "100 Jahre Michaela Krinner - ein Leben für die Malerei" begrüßte Bürgermeister Martin Birner im Schlosssaal viele Kunstinteressierte. Sein besonderer Willkommensgruß galt Hannelore Bohm vom Museumsverein Laufen, die die weiteste Anreise hatte, sowie vielen Vereinsvertretern und Museumsmitarbeitern. Er dankte Theo Männer und dem Arbeitskreis Museum für Aufbau und Gestaltung der Ausstellung und den Sponsoren für die Unterstützung. Die "Klanghölzer" (Burgl Männer, Evi Schmid, Inge Viertl) umrahmten die Vernissage musikalisch.

Leben und künstlerisches Schaffen der am 29. September 1915 in Waldmünchen geborenen Frau stellte Museumsleiter Theo Männer, der ein Schüler der Lehrerin war, in seiner Festrede dar. "Mit der Sonderausstellung würdigen Museum und Stadt eine großartige Persönlichkeit Neunburgs und eine außerordentlich begabte Künstlerin", betonte er. Im Jahre 1931 kam sie als Halbwaise nach Neunburg und wohnte erst in der Amberger Straße und später in der Ledererstraße. Von 1931 bis 1937 wurde sie als Lehrerin ausgebildet und in den Kriegsjahren 1939 bis 1941 war sie als Referendarin und Aushilfe an diversen Schulen in Rötz, Regenstauf, Amberg und Schönsee eingesetzt.

Kontakte über Jahrzehnte

Während sie als Zeichenlehrerin an der Lehrerbildungsanstalt bei Weilheim wirkte, studierte sie an der Münchner Kunstakademie. Kurz vor Kriegsende kehrte sie nach Neunburg zurück und begeisterte ihre Schüler besonders beim Zeichnen und Theaterspielen. Daraus entwickelten sich jahrzehntelange Kontakte unter anderem zu Theo Männer. Als sie an der Mädchenschule eingesetzt war, entstanden Porträts von jungen Neunburgerinnen (Marianne Maier-Sporrer, Christl Schmid).

Neue Wege mit Kokoschka

1951 verließ sie die Pfalzgrafenstadt und die Begegnung mit dem Künstler Oskar Kokoschka in Salzburg veränderte ihre künstlerische Auffassung. Die Bandbreite ihrer Techniken erstreckte sich von Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafiken bis zu Ölgemälden. 30 Bilder stammen aus der Sammlung aus Laufen, 35 von privaten Neunburger Leihgebern. 2006 starb sie nach kurzer Krankheit in Freilassing, beerdigt wurde sie in Neunburg neben ihren Eltern und ihrer Schwester.

Im Anschluss an den Vortrag betrachteten die Gäste die Bilder im Museum. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt im Oktober jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr geöffnet.
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