Sozialberatung in der Gemeinschaftsunterkunft startet
Erste Anlaufstelle für Asylsuchende

Gemeinsam mit Caritas-Geschäftsführer Wolfgang Reiner (rechts) führte Bürgermeister Martin Birner Asylsozialberaterin Andreea Bercea in ihre Aufgabe ein. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
05.05.2015
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Sie koordiniert Arzttermine, organisiert Schulsachen, unterstützt bei Behördengängen und ebnet den Weg für die neue Sprache: Eine vielfältige und fordernde Aufgabe hat die 30-jährige Andreea Bercea angetreten: Die gebürtige Rumänin übernimmt die Asylsozialberatung in der Gemeinschaftsunterkunft am Plattenberg.

Gemeinsam mit Wolfgang Reiner, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Landkreis Schwandorf, stellte sich die Diplom-Sozialpädagogin bei Bürgermeister Martin Birner im Rathaus vor. "Wir sind dankbar für die Unterstützung der Caritas", betonte der Bürgermeister. Ihre Mitarbeiter seien ein wichtiger Baustein in der Betreuung und der Sorge um die Flüchtlinge.

"Inhaltlich muss die Asylsozialberatung ein breites Themen-Spektrum bearbeiten", führte Wolfgang Reiner aus. Unter anderem müsse die Schulpflichtigkeit der Kinder geklärt, der Familienstand erfragt oder sich um Menschen mit Behinderungen gekümmert werden. Auch bei psychosozialen Problemen seien die Mitarbeiter erste Anlaufstelle. Ein besonderes Augenmerk gilt drei schwangeren Frauen, die aktuell in der Unterkunft leben.

Bei Fragen rund um das Aufenthaltsrecht und damit verbundener Pflichten arbeitet die Caritas mit dem Regensburger Rechtsanwalt Franz Auer zusammen. Ein wesentlicher Teil der Aufgabe komme dem Sprach- und Kommunikationstraining zu. Dafür stehe in der Unterkunft am Plattenberg ein größerer Raum zur Verfügung - "das sind hervorragende, nicht alltägliche Bedingungen", stellte Wolfgang Reiner heraus. Auch bei der Existenzsicherung oder Familienzusammenführungen stehe die Caritas zur Seite.

Ansprechpartnerin der Asylsozialberatung vor Ort ist die 30-jährige Andreea Bercea. Die Diplom-Sozialpädagogin, gebürtig in Rumänien, hat in ihrer Heimat studiert. Seit 2008 lebt sie in Deutschland und absolvierte hier einen Master-Studiengang für soziale Arbeit. Zuletzt war sie als Ausbildungsbegleiterin beim Kolping-Bildungswerk Schwandorf tätig.

Ein langsames Einarbeiten in die neue Aufgabe gab es nicht, die junge Frau war von Anfang an in ihrer neuen Position gefordert. Zu den ersten Aufgaben in ihrer Arbeit mit den Neuankömmlingen gehörte unter anderem die Hilfe beim Ausfüllen von Asylanträgen, die Anmeldung von Kindern in Schule und Kindergarten und das Besorgen von Schulsachen. Für die drei schwangeren Frauen hat Bercea bereits Arzttermine vereinbart.

Desweiteren plant Andreea Bercea, einen Infoflyer für die Flüchtlinge aufzulegen. "Sie sollen erfahren, was in Deutschland wichtig ist, was sie wo erledigen können oder wie die Schule funktioniert", beschreibt sie. Insgesamt geht es darum, den Asylsuchenden bei der Eingewöhnung in den völlig neuen Lebensumständen zu helfen.

"Sie können mit viel Unterstützung aus der Bevölkerung rechnen", versicherte der Bürgermeister. Laut Caritas würden vor allem bei den geplanten Sprachkursen, die möglichst wöchentlich stattfinden sollen, ehrenamtliche Helfer benötigt, ebenso bei der Hausaufgabenbetreuung. Birner stellte auch gleich den Kontakt zum VHS-Vorsitzenden Markus Wondraschek her. "Wir verfolgen viele gleiche Ansätze", erkannte der Bürgermeister und signalisierte seine weitere Unterstützung.
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