Spielparadies im Kälberstall

In seinem Kälberstall erläuterte Landwirt Franz Seebauer (Mitte) die verschiedenen technischen Innovationen. Bei den Besuchern um Reinhold Witt, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Zweiter von rechts), stieß er damit auf großes Interesse. Bild: pko
Lokales
Neunburg vorm Wald
09.07.2015
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Auf dem Hof der Familie Seebauer in Pettendorf geht es Kalb und Kuh so richtig gut. Den innovativen Kälberstall und den Milchviehlaufstall nahmen jetzt 40 interessierte Landwirte unter die Lupe.

Die Teilnehmer an der Besichtigung waren einer Einladung des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung (Vlf) Schwandorf und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nabburg gefolgt. "Wenn es um Milchproduktion geht, spielt die Familie Seebauer in der Champions-League", führte Vlf-Vorsitzender Johann Ziegler in die Thematik ein. Weil der Kälberstall einfach sehenswert ist, sei er als Ziel für eine fachliche Fortbildung ausgesucht worden.

Aufzucht im Blick

Amtsleiter und Vlf-Geschäftsführer Reinhold Witt bedankte sich bei Martina und Franz Seebauer, dass sie sich trotz laufender Ernte Zeit für den Besuch genommen haben. "Von Praktikern lernt man am besten", war Witt überzeugt. "Wir haben in den vergangenen Jahren viel renoviert und 2012 auch einen neuen Kälberstall gebaut", erklärte Franz Seebauer. Er arbeitet mit seiner Frau Martina, einem Auszubildenden und einer Teilzeitkraft zusammen. Die Eltern Franz und Traudl Seebauer helfen, wo immer sie gebraucht werden, und auch Sohn Hannes steht schon für die Hofarbeit in den Startlöchern.

Die Ausrichtung des neuen Kälberstalles sei nicht ganz optimal, weil wegen bestehender Gebäude ein Kompromiss eingegangen werden musste, räumte der Betriebsleiter ein. "Wichtiger war, die Aufzucht gut im Blickfeld zu haben", was für den zentralen Standort im Hof sprach. Auch von der Arbeit her passe es besser, weil Misten und Stroh einstreuen ganz leicht von der Hand gingen.

Der Kälberstall ist nach dem Holsteiner Prinzip angelegt worden. Er verfügt über vier großzügige Boxen, um die Kälber nach Altersgruppen unterzubringen. Mit ausreichend Platz, hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung, mit ausreichend Frischluft, aber ohne Zugluft und mit Tiefenstreu wurde in Pettendorf ein "Paradies für Kälber" geschaffen. Da das Bewegungs- und Spielbedürfnis bei den Tieren sehr hoch ist, ist jede Box mit Gymnastikbällen und aufgehängten Heunetzen ausgestattet.

Tiere tränken sich selbst

"Ab 20 Uhr geht es hier drin richtig rund", berichtete Martina Seebauer, die außerdem die Erleichterung beim Tränken sehr schätzt. Die Nuckel-Eimer hängen den ganzen Tag über im Stall und die Kälbchen lernen schnell, sich hier oder später am Tränkeautomat selbstständig zu bedienen. Auch sei es erwiesen, dass Kälber, die sich austoben können, weniger anfällig und belastbarer seien, bestätigte Amtsleiter Witt. Erst nach und nach werde Kraftfutter mit Luzerne und Waffelmehl zugefüttert, erläuterte Franz Seebauer, der inzwischen die richtige Mischung gefunden habe.

Auch das Ausmisten und Aufbringen von frischem Stroh sei kein Problem mehr. Die Tiere können mit Mittelwänden entweder in den hinteren oder den vorderen Teil der Boxen gesperrt werden, damit mit dem Traktor durchgeräumt werden kann. Die Seebauers achten darauf, die Unterlage so oft wie nötig zu wechseln, damit die Kälber nicht im nassen Stroh stehen müssen. Die Besucher konnten viele Fragen stellen und waren auch vom Milchviehlaufstall mit zwei automatischen Melksystemen sehr beeindruckt.
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