Stadt und Vereine stricken an Liste mit Ansprechpartnern für Helfer
Netzwerk im Aufbau

Lokales
Neunburg vorm Wald
05.06.2015
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Mal fehlt ein Kinderwagen, mal ein Fahrrad: "Der Bedarf in einer Asylbewerberunterkunft mit so vielen Menschen ist in so kurzer Zeit nicht abzuarbeiten", weiß Kreiscaritas-Geschäftsführer Wolfgang Reiner. Doch weil eine Flut an Hilfsgütern auch erdrücken kann, sind die Betreuer in der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Neunburger Plattenberg noch vorsichtig mit Spendenaufrufen. Ein Instrument, um gezielt den Bedarf zu decken, ist derzeit der Pfarrbrief.

Am Mittwoch haben sich Mitarbeiter von Behördenvertreter und Vertreter von Vereinen getroffen, um abzuklären, wer als Ansprechpartner Teilbereiche übernehmen soll. Eine Liste für die Aufgabengebiete "Bildung", "Mittagsbetreuung, Hausaufgabenhilfe ,Sprachpaten" oder "Freizeitangebote" ist in Planung. Auch für eine Mutter-Kind-Hilfe, für Begleitung, Fahrdienste und ein Internet-Café sollen dann die Ansprechpartner feststehen. "Auch die Kirche macht da schon was", betont Kreiscaritas-Geschäftsführer Wolfgang Reiner. Die Personalkosten für die Asyl-Sozialberatung in Neunburg, die als einzige in der Diözese direkt in der Unterkunft stationiert ist, seien keineswegs gänzlich über staatliche Mittel finanziert.

Doch nicht immer geht es bei der Integration der Asylbewerber um Geld oder Sachwerte. "Es ist wichtig, dass wir sensibilisieren für das Fremde, für das, was andere Kulturen mitbringen", meint Reiner und hat dabei zunächst die Neulinge in Neunburg im Auge. "Für einige ist es selbstverständlich, sich hier mitten in ein Feld zu setzen, weil das in ihrer Heimat so üblich ist", nennt er ein Beispiel.

Um Kollisionen vorzubeugen, setzt man außerdem auf Prävention mit Hilfe der Polizei. "Verkehrserziehung ist da ein Punkt", verdeutlicht Reiner. "Es gibt Probleme, die können wir nicht vermeiden, aber manche kann man lösen und vorbeugen." Auch ein "Fest der Kulturen" soll dazu beitragen, eine "Willkommenskultur" aufzubauen.

"Neunburg ist da ohnehin gut aufgestellt", ist Reiner überzeugt. Der Stadt gebühre Lob für ihre gute Info-Politik. "Sie hat ein super gutes Netzwerk aufgebaut."
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