Stadtgeschichte im Rampenlicht

Großer Andrang herrschte im Schwarzachtaler Heimatmuseum, als am Sonntag die neue Abteilung "Stadtgeschichte" offiziell freigegeben wurde. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
18.05.2015
5
0
 
Theo Männer, Leiter des Schwarzachtaler Heimatmuseums: "Wir haben fleißig recherchiert - von Konstanz bis Kopenhagen, von Polen nach Prag und Wien bis nach Heidelberg und Paris."

Jahrelang hat der Arbeitskreis geackert und gerackert, am Sonntag war es soweit: Die Abteilung "Stadtgeschichte" im Schwarzachtaler Heimatmuseum wurde offiziell freigegeben. "Damit haben wir dem Museum die Krone aufgesetzt", freute sich Leiter Theo Männer.

Zur offiziellen Eröffnung am Internationalen Museumstag drängten sich die Gäste zwischen den Vitrinen und Wand-Tableaus. Vor zahlreichen Personen des öffentlichen Lebens, darunter auch viele Sponsoren und Leihgeber, sprach Museumsleiter Theo Männer von einem "Markstein in der Geschichte des Museums". Er dankte seinen Mitstreitern im Arbeitskreis, die in den vergangenen Monaten einen "Hussitenritt" - die Neunburger Version des Husarenritts - bewältigt hatten, um die Freigabe zu schaffen.

Viele Helfer und Berater

Bausteine zur neuen Abteilung lieferten Landkreis und Bezirk als Zuschussgeber, die Landesstelle für nichtstaatliche Museum durch Beratung und Förderung sowie Christa Scheitinger (Stadtarchiv) mit der Bereitstellung von Plänen und Fotos. Ein Dank galt "Allround-Berater" Siegi Wild, der seine vielfältigen historischen, architektonischen, kunstgeschichtlichen und volkskundlichen Kenntnisse eingebracht hatte.

Im Anschluss erläuterte der Museumsleiter den thematischen Aufbau der Abteilung. Nach den bereits freigegebenen Abschnitten "Verkehrsachse" und "Drittes Reich/Todesmärsche/US-Besatzung", sei dieser dritte Teil der umfangreichste und behandle viele Einzelthemen. So habe der Arbeitskreis für den Bereich "Wittelsbacher" sogar in Kopenhagen, Prag und Paris recherchiert. Der Museumsbesucher wird hier über das Neunburger Wirken dieser Adelsfamilie informiert, speziell über die herausragenden Vertreter König Rupprecht, Pfalzgraf Johann und dessen Sohn Christoph.

Der Bereich "Rathaus" ist mit Plänen, Fotos, Satzungen und zwei Originalurkunden von Kurfürst Ferdinand Maria vertreten. Die Thematik "Schiltenhilm und Peter Unverdorben" hat auf einem Fenster-Tableau Platz gefunden. Zu historischen Plänen und Ansichten, ist die Ballade "Peter Unverdorben" ausgestellt. Demnächst soll noch das im Jahr 2000 ausgegrabene Skelett des "Neunburger Ötzi" dazukommen.

Zwei Wandpfeiler, zwei Fensternischen, zwei Vitrinen und etliche Schubläden nimmt das Thema "Neunburg im Bild" ein. Auf alten Stichen, Ölgemälden, Lithographien, Zeichnungen und Strohlegearbeiten ist die Stadtsilhouette abgebildet. Der "Altlandkreis Neunburg" lebt mit Gemeindewappen, verschiedenen Ortsansichten und sogar alten Behörden-Stempeln wieder auf. Vervollständigt wird die Sammlung durch Exponate zum Thema "Kirche und Orden" und den Bereich "Ämter, Behörden und Institutionen".

Noch "Edelsteine" einsetzen

Männer bezeichnete die "Stadtgeschichte" zwar als Krönung für das Museum, gab aber zu, dass noch "einige Edelsteine fehlen". So soll demnächst der Bereich "Stadtentwicklung" Platz finden, mehrere Bildstationen noch aufgebaut werden. "Doch wir wollten einfach der Öffentlichkeit zeigen, was wir schon alles auf die Beine gestellt haben."

Für Bürgermeister Martin Birner zeigt die neue Ausstellung "heutigen Generationen, was die Stadt in den vergangenen Jahrhunderten bewegt hat". Er würdigte den Einsatz des Museumsarbeitskreises: "Eure Liebe und euer Engagement sind mit Geld nicht aufzuwiegen." Das Flöten-Ensemble "Die Klanghölzer" hatte die Eröffnung musikalisch gestaltet.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13792)Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.